Fairy Tail

Welcome to Fairy Tail!
 
StartseiteMagic Monthly OnlineFAQMitgliederNutzergruppenAnmeldenLogin

Neues Thema eröffnen   Eine Antwort erstellen
Austausch | 
 

 Der Wald

Vorheriges Thema anzeigen Nächstes Thema anzeigen Nach unten 
AutorNachricht
Gast
avatar
Gast
Beitrag© By Gast  Mo Jan 02, 2017 8:44 pm

Der Wald, welcher am Rande der Stadt lag, führte aus der Stadt heraus und durch verworrene Pfade kann man die Dörfer außerhalb erreichen.
Es war recht finster dort, denn zwischen den Blätterdächern verirrten sich nur wenige Sonnenstrahlen und wenn man den falschen Weg wählte, konnte man schnell die Orientierung verlieren und sich verlaufen, weshalb man auf die Wegweiser achten sollte - wenn diese noch lesbar oder nicht verunstaltet wurden.
Nach oben Nach unten
Gast
avatar
Gast
Beitrag© By Gast  Mo Jan 02, 2017 8:56 pm

~ First Post ~

Seufzend streckte Akiko ihre Arme und lief missgelaunt auf den staubigen Pfad durch den Wald entlang, weg von der Stadt Onibas. Wieder einmal verlief eine potenzielle Spur ins Leere und sie saß wieder ohne Mittel da. Wie hätte es auch bitte anders sein sollen? Es ging ja nicht, dass sie einmal Glück haben konnte. Die junge Magierin ging einem Hinweis über ihrer Mutter, Yumiko Otsuka, nach, welche dort gesehen sein sollte. Der Auftraggeber, ein Gasthausbetreiber, welcher von einer Bande terrorisiert worden ist, meinte mal den Namen Otsuka gehört zu haben. Am Rande der Stadt soll eine Frau gelebt haben, welche eine Sehschwäche hätte und auf den Namen Otsuka hörte; den Vornamen wusste er nicht. Deshalb begab sich Akiko auf die Suche nach ihr und klapperte in wenigen Tagen alle Randbezirke der Stadt ab; wurde allerdings nicht fündig. Der Name Otsuka war nicht so ungewöhnlich, aber wenn die Frau eine Sehschwäche gehabt hätte, könnte es die gesuchte Person sein. Das Einzige, was sie herausfand war, dass diese kurzzeitig als Amme bei einer etwas reicheren Familie gearbeitet hätte, ehe sie weitergezogen war, um jemanden in einer anderen Stadt zu besuchen. Zu wem sie wollte, wusste sie nicht. Wäre auch zu schön gewesen.
Ihre Laune erreichte gerade einen gewissen Tiefpunkt aus Frustration, dass sie so viel Zeit für die Suche letztendlich umsonst investiert hatte. Schöne Sache aber auch… Nun begab sie sich schließlich doch auf den Weg zurück zur Gilde, würde dort kurz ausharren, ehe sie sich die nächste Mission schnappte, in der Hoffnung, doch noch verwertbare Hinweise zu finden. Wobei, Fortuna konnte hinterhältig sein und weil Akiko ein chronischer Pechvogel in Person war, würde die Schicksalsgöttin – Pardon, Unglücksgöttin trifft es besser – sie wahrscheinlich wieder in den Dreck stürzen lassen. Manchmal fragte sie sich was sie getan haben soll, damit das Schicksal sie so sehr hasste. Oder eher ihr nichtvorhandenes Glück. Um es passender zu bezeichnen.
Grummelnd verschränkte die junge Magierin die Arme und dachte nach; gedankenverloren und nicht mehr den Weg und die Umgebung beachtend. Während ihrer Zeit in der Gilde fand sie bisher keine brauchbaren Informationen, aber wie lange sollte es so weitergehen? Klar, sie hatte sich einer Gilde angeschlossen, weil sie auf Grund der Missionen viel unterwegs war und die Orte nicht für umsonst abklapperte. Doch allmählich breitete sich Resignation in ihr aus und es begannen Zweifel aufzukommen, ob sie ihre Mutter jemals finden würde oder ob sie überhaupt noch lebte. Ihr war natürlich klar, dass sie nicht aufgeben durfte und dass Fiore riesig war und Yumiko deshalb überall sein konnte – dennoch ließen sich diese Gefühle nicht verhindern.
In ihren Gedanken gefangen, bemerkte Akiko nicht, dass sie aus Büschen und von Bäumen aus beobachtet wurde. Die Sonne versteckte sich und der Wald war in tiefere Schatten gehüllt als normalerweise, weshalb das Verbergen nicht schwierig war. Besonders, wenn man nicht auf die Umgebung achtete, was die junge Magierin gerade tat. Sie hätte sich dann den einen oder anderen Nerv sparen können, wenn sie dies vorausgesehen und nicht überrumpelt worden wäre – dann wäre es schneller vorbeigewesen und sie wäre von dem Geschwätz verschon geblieben. Dies war nämlich der schlimmste Teil an der Sache.
Mit einem lauten Rascheln und der ein oder andere Klang einer gezogenen Klinge ertönte, als sich die dunklen Gestalten aus ihre Verstecke gekrochen kamen und Akiko umzingelten. Völlig perplex rührte sich die junge Frau zunächst nicht, ehe nach und nach ihr die Situation bewusst wurde. Und ihre innerlichen Beleidigungen und Tritte gegen sich selbst ebenfalls. Du verdammte Idiotin! Pass gefälligst besser auf, verdammt noch eins! ARGH! Sie könnte sich in dem Moment am liebsten selbst erschlagen für ihre eigene Unachtsamkeit.
Na, Süße“, sprach einer der Männer mit einem dreckigen Grinsen. Erstick daran, Junge, dachte sie sich, während sie genervt und leicht gereizt die Augen verdrehte. Irgendwie kam sich Akiko wie in einem verdammt schlechten Film vor – eine Frau, von Männern überfallen, ein dämlicher Spruch… Das klang arg nach einem Klischee, weshalb sie am Liebsten ihren Kopf gegen einen Baum gedonnert hätte. Warum? Warum wurde ausgerechnet immer sie mit solch einem Unsinn gestört und konfrontiert? Warum konnte es nicht zur Abwechslung ein Irrer sein, welcher sich als Osterhase verkleidet hatte – eine dämliche Idee, und sie wäre wahrscheinlich eh der Depp vom Dienst, der so jemanden begegnen würde, aber besser als dieses Klischee und Männern mit solch einem vielsagenden Grinsen im Gesicht. Sie wünschte den Kerlen schon jetzt die Pest an den Hals, sowie Fortuna, dass sie wegen ihr in so einer Situation gelandet war.
„Nun, Schätzchen. Wie wär’s wenn du deine Taschen ausräumst und die Sachen uns gleich gibst, aber pronto.“, schlug ihr der Kopf der Bande, wie sie vermutete, vor.
Mit hochgezogener Augenbraue gab Akiko nur ein verächtliches Schnauben von sich. „Und was dann, huh? Werdet ihr mich aufspießen, oder was? Ihr habt wohl zu viele Filme und null-acht-fünfzehn-Romane gelesen.“
Reiß bloß nicht dein Maul zu weit auf! Mein Kollege hinter dir wartet schon begierig darauf, dir ein paar hübsche Muster zu verpassen.
Kann ich mir vorstellen. Allerdings habe ich keine Lust mich mit euch herumzuärgern, ich hab besseres zu tun. Würdet ihr mir also den Gefallen tun und euch verduften?“ Die Antwort bestand nur aus grölendem Glächter. War schließlich nicht anders zu erwarten. Aber man durfte doch einmal hoffen. Akiko begab sich in einen festeren Stand, bereit auszuweichen, wenn es nötig war und sondierte die Lage um herauszufinden, wer wo stand und wie jeder einzelne bewaffnet war. Ob es Magier darunter gab? Bestimmt, allerdings konnte die junge Frau es noch nicht mit Gewissheit sagen. Jetzt musste sie sich eine Möglichkeit finden, sie zu überlisten und zu besiegen – und dabei so wenig Schaden nur möglich davon zu tragen.
Wenn ihre Laune vorher zu wünschen übrig hatte – jetzt erst recht. Was für ein schlechter Tag…
Nach oben Nach unten
Gast
avatar
Gast
Beitrag© By Gast  Di Jan 03, 2017 11:39 am

First Post

Mit einem freudig bellenden Ausruf stieß Garou die Fäuste so weit er konnte in den Himmel und sprang mit einem Satz von dem Ast auf dem er gehockt hatte, zum nächsten Baum. In seinem Rücken verschwand die Stadt Onibas in kürzester Zeit hinter einem dichten Buschwerk von grün. Eine potentielle unendlich nervige Mission hatte sich so eben in einen regelrechten Sonntagsspaziergang verwandelt. Was sogar tatsächlich stimmen könnte, die Chancen das Sonntag waren standen immerhin eins zu sieben, unabhängig davon, dass Garou keine Ahnung hatte, welcher Wochentag denn nun tatsächlich war. Dies tat seiner Freude jedoch gar keinen Abbruch. Wie lange genau es her war, dass er diese 'Mission' angenommen hatte, wusste er nicht. Auf dem Weg zwischen dem Gildengebäude und der Stadt Onibas hatte sich Garou nämlich verlaufen. Dies war schicksalshaften Umständen zuzuschreiben und natürlich nicht der Tatsache, dass er den Weg nicht gekannt hatte und Hals über Kopf vor seinem Gildenmeister Lucien Kane geflohen war und deshalb vergessen hatte, sich nach dem Weg zu erkundigen.

Es wäre nicht das erste Mal in seiner Karriere als Magier, dass Garou mit ein, zwei Wochen Verspätung aufgetaucht war, nur um fest zu stellen, dass jemand anderes bereits den Auftrag erledigt hatte. Oder das der Auftragsteller von einer Bestie gefressen worden war und ähnliches. Garous schmale Erfolgsrate lag weniger daran, dass er schlecht war, sondern eher daran, dass er die meisten Aufträge gar nicht erst in Angriff nehmen konnte. Nicht das es ihn störte, aber es war doch jedes Mal eine kleiner Erfolg, wenn er rechtzeitig kam UND sein Auftraggeber noch unter den lebenden Individuen gezählt wurde. Dieses Mal war aber nicht nur der Auftraggeber am leben, Garou war auch noch pünktlich gewesen! Das war die Kirsche auf dem Sahnehäubchen des Sahnekuchens, der seinen heutigen Tag symbolisierte. Zwar mochte Garou Sahnekuchen nicht unbedingt und hatte ein paar dicke Fische zum Frühstück gefangen gehabt, aber eine Kirsche war einfach super. Wie sein Tag. Die Sonne schien hell, auch wenn zwischen den Bäumen Schatten herrschte. Die Tatsache, dass Garou nicht einmal die Stadt hatte laufen müssen, weil er dem Auftraggeber zufällig auf dem Weg kurz davor begegnet war, machte das Ganze einfach noch besser, weswegen sich der Magier gut gelaunt auf den Weg machte. Irgendein Rudel von Ganoven trieben sich wohl in der Gegend herum und wer hätte es gedacht, es war seine Aufgabe, die zwielichtigen Herrschaften davon zu überzeugen, ihre kriminelle Karriere zu beenden. Seltsamerweise gab es immer und überall Banditen, die dann auch noch die Frechheit besaßen sich in Wäldern und Bergen zu verstecken, alles um ihre Lager herum zu vermüllen und Lagerfeuer zu entzünden. Nein, Garou war kein Freund von Ganoven. Aber seinen Tag würde er sich nicht von ihnen verderben lassen. Zumindest nicht, bis er sie finden würde.

Eine Misskalkulation seitens Garou stoppte seine sprunghafte Reise durch den Wald, denn der Ast auf welchem er landete, war der Meinung der Klügere habe stets nachzugeben und brach. Unsanft auf den Boden der Tatsache und den Waldboden zurück gebracht, hockte sich der Magier auf alle Viere. Ob er die Banditen heute oder wann anders fand, war im Grunde egal und außerdem tat sein Hinter jetzt weh. Garou entschied sich für das offensichtlichste, maulte den Ast an und machte zwecks Erholung danach ein Nickerchen. Anders als Dornrösschen wurde er nicht mit einem Kuss geweckt, aber dafür schlief er auch keine Ewigkeit, sondern nur eine knappe halbe Stunde, ehe ihn das verräterische Knacken von schweren Füßen auf dem Waldboden weckte. Ehe man sich versah, steckte er auch bereits auf dem nächsten Baum und lugte durch die Schatten und Blätter umher. Seine Schnauze schaltete sich ebenfalls ein und sah er nicht nur die düsteren Gestalten, sondern roch ebenfalls ihre ungewaschenen Pfoten. Es waren ein gutes Dutzend, mindestens und sie schienen sich so leise wie möglich durch das Unterholz zu bewegen. Sie versagten dabei zwar grandios, aber Punkte für den Versuch gab es trotzdem. Unbemerkt folgte Garou den Gestalten, weniger weil sie ihn interessierten, sondern eher, weil er vermutete, dass sie nichts gutes im Schilde führten. Jemand der tagsüber durch den Wald schlich, entzündete gerne mal nachts ein Feuer. Und Lagerfeuer hatten die Angewohnheit zu brennen und ehe man sich versah, sah man den Wald vor lauter verbrannter Asche nicht mehr. Und wenn er nur ein Feuerzeug auffunken sehen würde, dann gnade ihnen Gott. Denn Garou würde es nicht tun.

Sie bewegten sich nicht weit durch den Wald, ehe die Gestalten anhielten und begannen sich im Unterholz aufzufächern. Eine Straße, eher ein Pfad, schlängelte sich durch den Wald und interessiert beobachtete Garou, wie sich das Rudel zu beiden Seiten platzierte. Und dann warteten sie. Und warteten. Und Garou wurde erst langweilig und dann müde, weshalb er anfing mit den Blättern um sich herum zu spielen. Hätte er stattdessen aufgepasst, hätte er bemerkt, wie die Männchen plötzlich sich plötzlich ganz aufgeregt anspannten und auf die Straße traten und irgendein Weibchen anhielten und belästigten. So aber bemerkte Garou erst, dass seine Beute verschwunden war, als ihm ein Blatt durch die Finger glitt und zu Boden segelte. In dem Versuch das verräterische Blatt zu fangen, ehe es bemerkt wurde, bemerkte Garou seinerseits, dass die Kerle weg waren. Sowas doofes aber auch. Er zog einen Flunsch. Als er dann jedoch sah, dass seine Beute sich gar nicht soweit weg bewegte hatte, setzte sich der Magier wieder in Bewegung. In einer flüssigen Bewegung huschte er den Baum hinab und den Kerlen hinterher.

Das größte Männchen des Rudels, ganz offensichtlich das Alphatier, hatte sich drohend mitten auf dem Pfad aufgebaut. Dem Gesichtsausdruck und seinem Gebaren nach zu urteilen, strotzte er, gedeckt von seinem Rudel, nur so vor Selbstbewusstsein und versuchte gleichermaßen bedrohlich und furchteinflößend zu wirken. Die prallen Muskeln in seinen Armen wölbten sich, der Kiefer mahlte gefährlich. Die Füße waren fest in den Boden gestemmt, der Stand sicher. Das Alphamännchen schien sich keiner Gefahr bewusst. Warum auch? Wirkte das Weibchen beim ersten Blick bereits zierlich, schien sie beim zweiten Blick noch zerbrechlicher zu wirken. Sie war klein, gerade zu winzig im Vergleich zu den Brocken von Männern, die um sie herum standen. Ihre Haut schien beinahe durchsichtig, so hell war sie und ihre Arme, Beine und Hände und alles an ihr, wirkte in Garous Augen seltsam zerbrechlich und filigran. Auch wenn Garou natürlich nicht wusste, was filigran genau bedeutete. Alles in allem jedoch, schien sie Garou weder als Beute, noch zum Paaren brauchbar. Was die Frage aufwarf, weswegen sie nun angehalten wurde.
Der Zauberer ahnte die Antwort bereits zu kennen. Ein Rudel Hyänen hatte leichte Beute erspät und war begierig darauf, ihre Klauen in ihr Opfer zu schlagen. Ihr Pech, dass ein größerer Jäger auf ihre Fährte gestoßen war.

Entspannt, die eine Hand lässig in die Tasche seiner Hose gesteckt, trat Garou aus dem Schatten der Bäume hervor und stellte sich mit einem ordentlich Abstand, zu der Truppe, die sich nun auf dem Pfad versammelt hatte. Er schnupperte kurz in die Luft und verzog das Gesicht. "Entschuldigt, bitte. Aber seid ihr zufällig das Aas, dass den Dorfbewohnern Ärger bereitet?", erkundigte er sich und sprach dabei wie beiläufig. "Sollte dem nicht so sein, dann..." Er wedelt undeutlich in Richtung der Frau. "Lasst euch bitte nicht von mir bei eurer Jagd stören." Es war mehr als nur unhöflich, einen Jäger zu unterbrechen. Sollte es sich aber bei diesem Rudel um die Burschen handeln, welche er zur Strecke bringen sollte, könnte es seinem Auftraggeber missfallen, wenn er ihnen nicht Einhalt gebot. Und die Reaktion von Lucien auf eine Beschwerde... Ein Schaudern durchzog Garous Körper. Nein, lieber kein Risiko eingehen.
Nach oben Nach unten
Gast
avatar
Gast
Beitrag© By Gast  Do Jan 05, 2017 1:46 am

Mit verzogenen Gesicht schaute sich Akiko unauffällig um und warf vorsichtig einen Blick über ihre Schulter, um ihre Lage einzuschätzen. Egal wie sie es dreht und wendete – sie war in einer Zwickmühle. Sie wurde von den schmierigen Kerlen eingekesselt, wurde von ihnen vielsagend angegrinst – wofür sie jedem dieser Typen eine verpassen wollte, um ihnen das Grinsen vom Gesicht zu waschen; sie bekam davon nur einen Schüttelanfall vor Ekel – und die Männer waren haushoch in der Überzahl. Wie viele hatte sie gezählt? 12 oder 13? Die Situation war festgefahren, denn sie konnte sich schwierig gegen alle alleine behaupten. Wenn es nicht sogar unmöglich war. Ihre einzige Chance bestand darin irgendwie zu flüchten. Die Frage war nur wie? Zwar könnte sie ihre Selbstsicherheit und dass sie sie unterschätzten ausnutzen und versuchen sie irgendwie zu übertölpeln, allerdings wusste sie nicht, wer sich überhaupt austricksen ließ und wer, ein weitaus gefährlicher Punkt, Magie beherrschte. Das durfte sie schließlich auch nicht außer Acht lassen. Kurz gesagt – es war zum Haare raufen. Und wenn Akiko sich nicht schnell etwas einfallen ließ, ging es ihr an die Wäsche. Wortwörtlich, wie sie die Gesichtsausdrücke interpretieren konnte. Einfach widerlich.
Den Kopf hin und her wiegend verschränkte sie die Arme. „Meine Herren“, begann sie in einem spöttischen Tonfall, „ihr habt mich wohl nicht ganz verstanden. Ich würde mich euch wirklich verbunden fühlen, wenn ihr mich in Frieden lassen würdet oder habt ihr so einen geringen Intelligenzquotienten, dass ihr diese Aufforderung schlicht und einfach nicht versteht, weil ihr zu unterbemittelt seid?“ Vielleicht war es nicht die klügste Idee die Männer zu provozieren, allerdings fiel ihr im ersten Moment nichts Anderes ein, damit sie sie noch mehr unterschätzten und leicht wütend wurden, damit sie sie besser überlisten konnte. Und wer würde schon eine zierliche, kleine Frau wie sie schon ernst nehmen; insbesondere, wenn sie so große Töne spuckte? Wäre sie so ein grobschlächtiger Kerl, oder besser gesagt Bandit, würde sie so etwas auch nicht ernst nehmen. Aber wer wusste schon, was in den Köpfen alles abging. Sie wollte es auch erst gar nicht so genau wissen. Das wäre wahrscheinlich ein Trauma fürs Leben… Letztendlich zeigte ihre leicht unvorsichtige Provokation ihre Wirkung. Die einen lachten diesmal umso lauter, die anderen wurden langsam leicht gereizt. Sowie beim Anführer, an dessen Stirn eine Wutader zu pulsieren schien, wie sie meinte. „Hör mal zu, du kleines Luder! Du bist nicht in der Position, um dich über uns lustig zu machen. Vielleicht sollten wir dir dein Maul stopfen und dir eine kleine Lektion verpassen – Was meint ihr, Männer?“ Zustimmendes Gegröle. Einfältige Narren…
Gerade wollte einer der Kerle auf sie zugehen, als die Gruppe bei ihrem „Kaffeepläuschen“ gestört wurden. Ob sie erleichtert oder eher besorgt um den Neuankömmling sein sollte, wusste Akiko zunächst nicht. Woher sollte sie nämlich wissen, ob er ein Reisender, welcher zufällig vorbeikam, oder ebenfalls ein Bandit war? Jedenfalls tauchte der Hüne, anders konnte sie ihn aufgrund seiner großen und kräftigen Statur nicht bezeichnen, lautlos und aus dem Nichts auf. Er hatte langes, helles und wüstes Harr und ebenso eine Narbe in seinem Gesicht. Für seinen großen Körperbau bewegte er sich äußerst geschmeidig und leise – es wirkte geradezu animalisch. Er zeigte keine Spur von Anspannung oder Unwohlsein – er war regelrecht entspannt. Das hieß, dass er entweder dazugehörte, oder aber ein enormes Selbstbewusstsein besaß. Von seiner provokanten Frage und der Zornesröte auf den Gesichtern der „Kollegen“ des Anführers auf die Beleidigung des Fremden bestätigte sich letztere ihrer Vermutungen. Doch bei seiner beiläufigen Bemerkung, wenn diese doch nicht die gesuchten Personen wären, dass es ihm dann leidtäte sie gestört zu haben, zog Akiko ungläubig eine Augenbraue hoch. Moment – Was?! Hatte er gerade angedeutet, dass sie sonst mit ihrem Treiben fortfahren könnten?! Das gibt’s doch nicht! Vollpfosten!
Mit vor Empörung vor der Brust verschränkten Armen und einem gezogenen Flunsch funkelte sie den Neuankömmling an. „Oh, vielen Dank, oh edler Herr, für die Rettung einer unschuldigen Dame in Not, welche äußerst unschicklich von den Herren um sie herum angeschaut wird. Wie reizend.“ Akikos Stimme triefte vor Sarkasmus und man sah ihr den Ärger deutlich an. Dieser Hüne schien es auf Typen wie diese Banditen abgesehen zu haben, hatte es allerdings nicht nötig, falls es doch nicht die waren, welche er suchte, auszuschalten. An arme Reisende dachte anscheinend niemand. Außer Banditen.
Sei ruhig! Zu dir kommen wir schon noch gleich, Schätzchen. Kannst dich schon drauf freuen.
„Ja, sicher, ich kann es kaum erwarten, Vollpfosten.“

„Stopf ihr das Maul, Jonathan!“, rief der Anführer einem Kollegen zu und widmete sich wieder dem Fremden. Ein bulliger, dreckverschmierter Typ rechts von ihr machte gerade ein paar Schritte auf sie zu und wollte nach ihr greifen, als die junge Magierin schnell auswich und ihren Zauber „Broken Mirror“ sprach, so dass zehn kleine Spiegel erschienen; jeder zeigte in eine andere Richtung. Auf ein Fingerschnippen ihrerseits zerbrachen diese und flogen in großen Scherben in alle Richtungen davon – darauf bedacht so viele Gegner wie möglich und oft zu treffen. Kaum ließ sie die Messerscharfen Scherben auf die Männer losfliegen, hörte man kurz darauf den einen oder anderen Schrei, als diese sich in ihr Fleisch bohrten und Blut ihre verlumpte Kleidung rot färbte, während die ein oder andere Person mit einem oder mehreren Schnitten davon kam.
In dem Moment allgemeiner Verwirrung und Überraschung, nutzte Akiko die Chance, sich mit einem schnellen Sprint aus der Mitte der Männer in Deckung zu begeben.


(Out: Sry für den schlechten Post^^')
Nach oben Nach unten
Gast
avatar
Gast
Beitrag© By Gast  So Jan 08, 2017 8:57 pm


Eine junge Maid, einsam und hilflos, allein auf einer großen Reise durch die tiefe Dunkelheit des bitterbösen Wald. Finsternis, unebene Wege, Banditen und Wölfe. Die Gefahren für ein holdes Wesen sind unberechenbar und scheinbar endlos. Mag so manche Reise ihr gutes Ende genommen haben, so vergesse nie, dass du jedes Mal aufs neue Glück haben musst, der Wolf jedoch nur ein einziges Mal. Was könnte einem süßer vorkommen, sehnlicher herbeigesehnt werden, als ein strahlender Ritter in schimmernder Rüstung, der einem zur Rettung heraneilt? Hoch zu Ross, das Schwert in der Hand und bereit, die Schergen der Finsternis davon zu jagen, die Untiere zu erschlagen und die arme Maid zu retten. Wahrlich, Stoff aus dem Legenden und Geschichten stammen.

Nun gab Garou gerne zu, dass die Situation vor ihm eine gute Grundlage für kommende Geschichten gegeben hätte, doch von Rittergeschichten und heldenhaften Rettern hatte er schon immer die Schnauze voll gehabt. Im echten Leben ritt nun mal kein Ritter zur Rettung dummer Gören herbei, die einfältig genug waren zu glauben, sie wären in der Wildnis sicher. Nein, nein, nein. Wenn Mama die Geschichten erzählte, hatte der wilde Wolf das kleine Rotkäppchen immer bekommen und in Stücke zerfetzt. So war der Lauf der Dinge, die Regeln der Natur. Und als verantwortungsvoller Erwachsener, würde Garou nicht daran teilhaben, dass Kinder falsche Erwartungen von Rettern und Schimmer-Rittern in den Kopf gepflanzt wurden. Sollte diese Geschichte ihn nicht betreffen, so würde man in Zukunft einmal mehr davon erzählen, wie gefährlich es draußen war und das war Garou nur recht. Sollte man ihm ruhig Herzlosigkeit vorwerfen, solange das Reh nicht Bambi heißt, weint ihm ja auch niemand her, wenn es gerissen wird.

Zu seiner Überraschung, schien Garou die versammelten Banditen überrascht zu haben. Sofern er es empfand, hatte er sich nicht viel anders als sonst bewegt, da hätten man ihn doch längst erspüren müssen? Aber der Gesichtsausdruck des Alphamännchens, nachdem es sich zu Garou umgedreht hatte und das vollkommen perplexe "Was?" aus seinem Munde, sagten Garou, dass man ihn tatsächlich nicht entdeckt hatte. Zum einen gab ihm dies die Gewissheit, dass dieses Rudel keinesfalls in den Wald gehörte, sondern in die finsteren Gassen der verranzten Städte. Zum anderen aber, erwischte es Garou völlig unerwartet, dass jemand tatsächlich so blöd war und ohne die leiseste Ahnung, durch die Wälder polterte. "Was?" Nicht weniger perplex starrte Garou zu dem Alpha und blickte zu ihm herab. Eine etwas seltsame Stille folgte, in der alle Parteien offenbar damit beschäftigt waren, ihre Gedanken zu ordnen. Eine scharfe Stimme durchbrach das Schweigen. Garous Ohr zuckte in die Richtung der Stimme und mit einem etwas dümmlichen Ausdruck, war er dem Alpha einen Blick über die Schulter hinweg.

Offenbar hatte das kleine Reh noch nicht ganz verstanden, dass es in dieser Geschichte vermutlich kein Happy End geben würde. Die Arme vor der Brust verschränkt, verzog sie das Gesicht zu einer genervten Grimasse und maulte hörbar. Irritiert blickte sich Garou suchend nach Links um. Der leere Pfad und am Rand ein paar zerstrubbelte Büsche. Er blickte sich nach rechts um. Noch mehr Büsche und leerer Pfad. Mit einem kurzen Verrenken des Halses, blickte Garou hinter sich. Kein edler Herr zu sehen, weit und breit. "Hä? Hier ist doch kein Herr, oder?" War das Weibchen dumm oder so?  Offensichtlich, denn auch das Alphamännchen fuhr ihr über den Mund und herrschte sie an, sie solle gefälligst die Klappe halten. Garou fühlte mit ihm. Er konnte es auch nicht leiden, wenn er ein Tier jagte, dass ununterbrochen am quieken war. Eine goldene Münze, ein wunderbarer Groschen fiel aus dem gedanklichen Nichts und es machte Klack in Garous Hinterstübchen. Ach, sie hatte ihn gemeint! Garous graue Augen weiteten sich bei der Erkenntnis. Nach kurzer Überlegung, während der das Alphamännchen einem aus dem Rudel einen Befehl gab, suchte Garou den Blick der Dame. Je eher er ihr erklärte, wie es um die vollkommene Irrelevanz ihrer Unschuld dastand, desto besser. Menschen waren schon seltsam. Als ob es einen Unterschied gemacht hätte, wenn sie sich schon mal gepaart hätte. Beute war Beute, gevögelt oder nicht.

Garou roch den brandigen Geruch der Zauberei in der Luft, noch bevor sich die junge Frau in Bewegung gesetzt hatten. Die Haare im seinem Nacken richteten sich auf und instinktiv zog er die Lippen an und lies seine funkelnden Zähne im Halbdunkel aufblitzen. Alles was er sah, war wie der Kerl, Jonathan, auf die Frau zuging. Dann ging alles ganz schnell. Die Geruch wurde mit einem Mal geradezu beißend, empfand Garou. Zeit für eine richtige Verteidigung blieb ihm nicht, also hob er schützend den Arm vors Gesicht. Ein knappes Dutzend was auch immer flogen durch die Luft und explodierten. Ein Regen von Splittern stob in alle Richtungen davon. Einige bohrten sich tief in den Waldboden, zerfetzten Blätter und blieben in Bäumen stecken. Andere verschwanden wohl für immer in der Dunkelheit und Garou tippte darauf, für den Geschmack der Banditen, fanden viel zu viele ihr Ziel. Kaum war das Platzen der Spiegel verklungen, erhob sich ein gequältes Stöhnen im Wald. Blut floss. Jonathan, den es aus nächster Nähe erwischt hatte, sank blutüberströmt zu Boden. Ein einziger Blick reichte, um sich Gewissheit zu verschaffen. Der große Jäger, hatte ihn zu sich geholt. Viele kleine Splitter hatten sein Gesicht zerfetzt, die Kleidung an Armen und Beinen war aufgerissen und färbte sich blutrot. Eine dunkle, schwere Lache breitete sich um seinen Kopf herum. Dort, wo ein dicker Splitter seinen Hals durchbohrte, quoll es blubbernd und spritzen hervor. Der süße Geschmack von Blut lag in der Luft.

Das Alphamännchen hatte es glücklicher überstanden. Zum einen, weil kein Spiegel direkt vor seinem Gesicht explodiert war und zum anderen, weil er einen größeren Abstand zu der Frau hatte und ihr außerdem den Rücken zugewandt hatte. Die Tatsache, dass er eine Art Lederpanzer trug, kam ihm ebenfalls zu Gute, sodass er den Angriff mehr oder weniger unverletzt überstanden hatte. Der erste Schock war überwunden und mit wutverzerrtem Blick deutete er auf die Frau. "Macht die Olle nieder!!", schrie er und sofort setzte sich der Teil der Männer, der sich nicht erst Splitter aus den Oberschenkeln ziehen musste, in Bewegung. Die meisten, hatte die Frau wohl eher verärgert und weniger außer Gefecht gesetzt. Zumindest schien sie die Geistesgegenwart zu haben, nicht auf dem Präsentierteller auf den Schlachter zu warten, sondern rannte davon. Schnell hatte das Rudel ihr jedoch den Weg abgeschnitten und versuchte sie einzukesseln. Garou während dessen, schüttelte sich. Lauter Splitter und Spiegelstaub hatte sich in seinen Haaren verfangen und sichtlich entnervt, entfernte er den Kleinkram, ehe er auf das Alphamännchen zu marschierte. Scheinbar hilfsbereit, zog er ihm einen Splitter aus der Schulter. "Wie sieht es denn jetzt aus?" Ein geradezu unnatürlich ruhiges Lächeln lag auf seinen Lippen und Garous Kopf war leicht zur Seite gelegt. Seine Zähne blitzten gefährlich unter den Lippen hervor. Sein Tonfall war freundlich, duldete jedoch keinen Widerstand. "Ich brauche noch eine Antwort. Du willst doch nicht deine unschuldige Dame in Not verlieren, oder?" Nach einem aufmunterndem Klaps auf die Schulter, der den Mann zusammenzucken lies, deutete Garou auf die junge Frau, die offensichtlich keine Lust hatte, das ängstliche Rehlein zu spielen.
Nach oben Nach unten
Gast
avatar
Gast
Beitrag© By Gast  So Jan 08, 2017 10:45 pm

Kaum hatte es Akiko geschafft, die Männer kurz zu übertölpeln und begann sich so weit es ihr möglich war, in Sicherheit zu begeben, regten sich die ersten Banditen, auf Befehl ihres mehr als mies gelaunten Anführers, und setzten ihr nach. Zumindest die, die weniger abbekommen hatten. Und das waren noch einige. Gut, mehr hatte sie auch nicht wirklich von ihrer Aktion erwartet. Zwar erfüllte es kurz den gewünschten Zweck, doch zu ihrem Leidwesen nicht besonders lange. Mit einem kurzen Sprint wollte die junge Magierin so weit wie möglich vom Feld türmen, wurde allerdings, nicht lange darauf - für ihren Geschmack viel zu kurz - von ein paar Männern überholt, welche sich sogleich ihr in den Weg stellten. Das war natürlich wieder typisch. Und kaum machte sie auf den Fußballen kehrt, um eine scharfe Biegung, mitten hinein in den Wald, zu vollziehen und so zu entkommen, kam wohl ein halbwegs intelligenter Kerl von der Bande auf denselben Gedanken und versperrte ihr prompt den Weg. Egal wo sie hinsah - nichts als dreckige und teilweise blutende Banditen. Sie hatten sie schon eingekreist und spielten schon ganz begierig mit ihren Messern, Säbeln und sogar einem Hammer und stierten miesgelaunt an. Mensch, bin ich aber weit gekommen...
"Sei jetzt ein braves Mädchen und bleib stehen. Wir wollen bloß spielen", raunte einer in Akikos Nähe ihr zu; in einer Stimmlage, als würde er mit einem kleinen, naiven Dummchen sprechen, was der jungen Magierin alles andere als gefiel. Zugegeben, es war dumm von ihr gewesen ohne Deckung durch den Wald zu wandern und sich vorher nicht in der Stadt zu erkundigen, ob es Vorfälle gab; schließlich konnte sie sich allein teilweise schwer zu wehr setzen. Allerdings wollte sie sich das nicht gefallen lassen.
"Hmm, schon klar. Und ein Hund der bellt, beißt nicht. Schon kapiert." Die Kerle gingen ihr allmählich auf den Geist. Die Sprüche konnten sie sich sparen.
Sich ihre Lage nochmal genau betrachtend, fiel ihr ein großes, dunkles Etwas auf dem Waldboden auf. Kurz konnte Akiko nicht richtig ausmachen was es war, schließlich hatte sie sich doch ein kleines Stückchen entfernt und konnte vorhin nur einen flüchtigen Blick darauf werfen, doch sie meinte einen menschlichen Körper darin zu erkennen. Hatte ich doch jemanden so schlimm erwischt? Leider nur einen... Es dauerte nicht lange, ehe sie anfing den ungewaschen Jonathan zu "vermissen", welcher in ihrer netten Plauschrunde nicht zugegen war, ehe ihr wieder schlagartig einfiel, dass der arme Tropf, als sie ihren Zauber losließ, zu nah zu ihr stand und damit immens getroffen wurde. Ob er wohl tot war? Wahrscheinlich, aber sie konnte es nicht mit Gewissheit sagen. Sollte er tot sein, konnte Akiko es letztendlich auch egal sein; er war Bandit und hätte, solange man ihn nicht gestoppt hätte, unschuldige Reisende terrorisiert, ausgeraubt und gar getötet. Sein Tod, wäre eine Wohltat zu den Leben anderer. Hinter der Leiche standen der Fremde und der Anführer beisammen und was sie sprachen oder trieben, konnte die junge Magierin weder richtig hören noch erkennen. Zog er ihm gerade einen Splitter aus dem Körper? Sie meinte von dem Banditen ein lautes "Ja, wir waren das! Lass uns in Frieden, bitte!", zu vernehmen, war sich dennoch nicht sicher, ob sie richtig verstanden hatte. Wer wusste das schon, außerdem hatte sie mit den Männern um sich herum nun genug zu tun.
"Also dann, meine Herren. Ich habe nicht alle Zeit der Welt und nicht die geringste Lust mit euch zu 'spielen', weshalb wir das nun hinter uns bringen sollten - oder etwa nicht?" Mit einem spöttischen Ausdruck richtete Akiko ihre Konzentration auf die Männer vor ihr und schielte kurz über ihre Schulter, um zu sehen, ob sich jemand gerührt hatte.
"Ja, da hast du recht", stimmte ihr ein miesgelaunter Hüne mit einer Hasenscharte zu und legte den Kopf seines Hammers in seine Handfläche. "Deshalb werden wir das auch ganz schnell beenden, kleines Luder." Kaum hatte er das gesagt, stürmte er mit dem Hammer auf sie zu und holte nach ihrem Kopf aus. Ohne einen Gedanken zu verschwenden, ließ sich die junge Magierin reflexartig auf den staubigen Boden fallen und sprach dabei ihren Zauber "Broken Mirror". Damit sie halbwegs traf, beschwörte sie sechs Spiegelchen herbei und richtete sie in jede Richtung aus, um so viele Gegner wie möglich zu erwischen. Kaum erklang das ihr gewöhnte Geräusch, das vertraute Klirren beim Zerbrechen der Oberflächen, regnete der Scherbenhagel schon auf ihre Gegner hinab und traf die ein oder andere Person, wie sie anhand der wütenden und schmerzverzerrten Stimmen und dem Gebrülle erschließen konnte.
Allerdings hatte sie nicht die Zeit darauf zu achten, denn als sie ihren Zauber losließ, rollte sie sich zur Seite und rappelte sich schwerfällig auf - sie war definitiv nicht für solch einen Unfug geschaffen - und entkam somit knapp einer erneuten Attacke, welche auf die Stelle traf, wo sie zuvor noch gelegen hatte. Zeit ließ ihr der Kerl nicht, weshalb sie, kaum dass die Waffe wieder auf ihr Gesicht zuflog - mochte er es etwa nicht? -, "Mirror Shield" beschwor und es mit einem lauten Knallen auf den Spiegel traf. Zu seiner Verblüffung kam das äußerlich fragile Objekt ohne einen offensichtlichen Kratzer davon und er starrte dümmlich sein eigenes Spiegelbild an. Vielleicht hat ihn ja sein eigener Anblick überrascht, wer weiß, dachte sich Akiko spöttisch. Jedenfalls war der Mann nicht begeistert davon und schlug noch einmal dagegen, ohne Erfolg. Allerdings kam er dann zu dem mehr als geistreichen Einfall, das Ding vielleicht zu umrunden. Das wird vielleicht eine schwere Geburt...
Nach oben Nach unten
Gast
avatar
Gast
Beitrag© By Gast  Mo Jan 09, 2017 12:06 am


Jagen ist toll. Es ist wild und frei und befreiend. Gejagt werden ist nicht toll. Es ist beängstigend und anstrengend und endet meist tödlich. Von einem Rudel gejagt werden ist nicht nur nicht toll, es ist richtig scheiße. Immer wenn du glaubst, du bist entkommen, springt aus irgendeinem Busch oder hinter einer Ecke ein Verfolger hervor und tada, schon bist du wieder am Anfang. Ehe du dich versiehst, bist du eingekesselt und solltest du nicht fliegen oder dich vergraben können, dann hast du ein Problem. Ein solches Problem hatte auch das kleine Rehlein, dass trotz seiner zerbrochener Spiegel als Ablenkung nicht sehr weit gekommen war. Vielleicht hatte sie auch einfach nur Pech gehabt, was durch aus möglich war. Ein zerbrochener Spiegel brachte sieben Jahre Pech, da würden dir zehn zerbrochene Spiegel bestimmt keinen Lotto-Gewinn einfahren.

Schnell hatte man die Beute eingeholt, überholt und eingekreist. Wie eine hungrige Meute zog das Rudel den Kreis enger, vereitelte jeden Versuch eines Ausfalls. Waffen wurden gezogen, es kreischte als Metall über Metall glitt und funkelte, als der dünne Lichtschein von den Klingen reflektiert wurde. Diese Leute wussten vielleicht nicht, wie man in einem Wald lautlos zwischen den Ästen der Bäume huschte, aber wie man den kalten Stahl eines Messers in den Körper einer hilflosen Frau schob, darauf verstanden sie sich. Schnittwunden bluteten an ihren Körper und die Erregung und Wut der Männer war regelrecht greifbar. Sie stanken nur so vor Adrenalin und Testosteron (und auch so einigem anderen ekelhaften Zeug, aber darum geht es hier nicht). Wahrscheinlich, so vermutete Garou, würde das kein schönes Ende für das Reh geben. Vergewaltigt, gefoltert und abgestochen, in der Reinfolge etwa. Auf jeden Fall, würde es kein sauberes Ende für sie geben und was Garou wesentlich anstößiger fand, es würde keine saubere Jagd werden. Es war traurig, aber Menschen schafften es immer und immer wieder ihn zu verwundern. Im negativen. Ein Rudel versucht ein Tier zu erlegen, es fährt die Krallen aus und wehrt sich. Nur Menschen wären arrogant und dumm genug, sich darüber aufzuregen. Wenn dich deine Beute tötet, warst du einfach zu dumm und zu schwach. Mehr nicht. So wie diese Männer, die scheinbar nicht einmal auf den Gedanken kamen, dass die Frau erneut irgendwelche Splitter durch die Gegend fliegen lassen könnte.

Aber es war nicht Garous Aufgabe, ein paar dummen Anfängern beizubringen, wie man sich gefährlicher Beute näherte. Es war auch nicht seine Aufgabe die Frau zu retten. Seine Aufgabe war es, ein paar Banditen zu jagen. Was Garous Aufmerksamkeit wieder auf den Mann vor sich lenkte, der ganz offensichtlich hin und her gerissen war zwischen perplexem Unglauben und genervter Wut. Zweiteres war ganz offensichtlich dem Weibchen zuzuordnen, die seinen Rücken mit Glassplittern gespickt und nebenbei noch einen aus seinem Rudel erledigt hatte. Ersteres schien wohl eher der Tatsache geschuldet, dass Garou vor ihm stand und ihn mit einer Seelenruhe befragte, als ob er sich erkundigen wollte, ob er nächsten Samstag Zeit hätte, sich bei etwas Tee und Gebäck auf einen kleinen Plausch über die gute alte Zeit zu treffen. Die Reaktion war demnach zu Folge ein ziemlicher Misch und Garou hatte alle Mühe sich zu entscheiden, ob er wütend angebrüllt, eingeschüchtert um etwas gebeten oder verwirrt etwas gefragt wurde. Echte Signifikanz hatte das nicht, ungläubig starrte Garou den Mann an und lies seine Hand dabei auf dessen Schulter liegen. Langsam, mit überdeutlicher Betonung, als spreche er mit einem Kleinkind, sprach er ihn an. "Bist du blöde?" Anders konnte er es sich nicht erklären. Scheinbar desillusioniert, schüttelte er den Kopf.

Du bist Bandit. Du bist im Wald. Du und deine Gruppe haben seit Monaten umliegende Dörfer angegriffen. Jeder Streifenpolizist sucht dich. Du bist in diesem Augenblick dabei eine Frau zu überfallen, die Spiegel um sich herum explodieren lässt. Ein offensichtlich gefährlicher Mann fragt dich seelenruhig, ob du ein gesuchter Bandit bist. Wie blöd muss ein Mensch eigentlich werden, um nicht einmal auf den Gedanken zu kommen, dass ihm jemand in dieser Situation ans Leder wollte. Mehr noch, wie unbegreiflich dumm musste man dann auch noch sein, um zuzugeben, dass man dieser Bandit war. Es schien ja gerade zu, als hätte das Schicksal beschlossen, dass dieser Mann heute den Löffel abgeben sollte. Als hätte eine übermächtige Instanz beschlossen, dass dieser Bandit heute strohdoof sein soll, damit Garou ihm den Garaus machen und dieser Frau zur Hilfe eilen sollte. Wer auch immer es war, derjenige musste einen furchtbar schlechten Geschmack für Geschichten haben.

Für einen Moment hielt Garou inne. Irgendwie, war ihm das ganze zu antiklimatisch, so einfach die Banditen gefunden zu haben, die er suchte. Auf der anderen Seite, würde ihm das Spiegelweibchen vermutlich sonst etwas sagen, wenn er das ganze als antiklimatisch bezeichnete. Würde er vermutlich auch nicht so sehen, wenn er es war, der von gefährlichen Gestalten umgeben wäre. So aber... mit einem mörderischen Knurren - Knurr, was bin ich aber böse - spannte er die Muskeln im Arm an, packte das Alphatier und war ihn in Richtung der Männer, die ihren Angriff auf das Spiegelweibchen begonnen hatten. Diese hatte sich erneut gewehrt, ein mächtiger Spiegel schwebte eine Handbreit über dem Boden vor ihr und blockte einen Rüpel mit Hammer ab, sodass er ihr nicht den Schädel einschlug. Mit einem lauten Knall prallten das Alphamännchen in den Rücken des Mannes und gemeinsam, klatschten sie gegen den Spiegel. Spieglein, Spieglein mitten Wald, rate mal, wer stirbt hier bald?

Ohne auf die wütenden Blicke und das Gebrüll der Männer zu hören, ging Garou langsam in die Hocke. Seine Finger krallten sich in den feuchten Waldboden, Erde und Blätter klebten an seinen Händen. Seine Haare begannen trotz der scheinbaren Windstille, sich hin und her zu wiegen. Das Knurren in seiner Kehle wurde laute, die Augen verengten sich. Seine Waden spannten sich an, seine Zähne blitzten. Aus dem Knurren wurde ein dunkles Grollen. "Ich fürchte, ich muss eure kleine Jagd an dieser Stelle abwürgen." Kein Lüftchen wehte, trotzdem begannen die Blätter um sie herum zu rascheln. Es knirschte und die Bäume ächzten, als würde eine unsichtbare Macht auf sie einwirken.
Nach oben Nach unten
Gast
avatar
Gast
Beitrag© By Gast  Mo Jan 09, 2017 11:07 pm

Bisher wusste Akiko nicht, wen sie mehr verfluchen sollte - den Banditen, welcher versuchte sie mit einem Hammer zu erschlagen, oder aber Fortuna, jenes Luder, welches dafür gesorgt hatte, dass sie überhaupt erst mit diesem Kerl aneinandergeriet. Dies würde sie der Schicksalsgöttin wohl noch lange nachtragen. Und wenn das alles vorbei war, würde sie nur drei Kreuze machen und sagen "Schluss, aus - ich will meine Ruhe. Feierabend." Sie konnte jetzt schon kaum erwarten wieder in der Gilde bei den Chaoten zu sein - auch wenn es ihr jede Menge graue Haaren bescheren und Nerven kosten würde. Alles, wirklich alles, war besser als dieser gottverdammte Mist wie jetzt gerade. Ohne jeden geringsten Zweifel. Dafür würde sie selbst ihre Hand ins Feuer legen und freiwillig Alkohol trinken. Auch wenn sie später vielleicht anderer Meinung wäre...
Der mehr als wütende hammerschwingende Bandit hatte zumindest schonmal bessere Laune gehabt - zumindest konnte sie sich das denken. Und ihre derzeitige Anwesenheit und Hartnäckigkeit in Puncto "Möglichst-versuchen-nicht-abzukratzen" verbesserte seine Stimmung anscheinend nicht im Geringsten. Zum einen verständlich - zumindest aus der Sicht eines Banditen -, zum anderen würde sie einen Teufel tun, um ihn diesen Gefallen zu erfüllen. Wer wäre sie dann bitteschön? Gegen diesen Dreckskerl mit der Hasenscharte würde sie nicht verlieren. Sie nahm es sich zumindest vor. Allerdings war es einfacher gesagt als getan. Schließlich stand sie nur mit ihrer Magie ihm, dem Hünen, welcher hemmungslos seinen Hammer nach ihr Schwang, gegenüber. Und eine gute Bekanntschaft zwischen ihr und dem gefährlichen Mordinstrument würde nicht auf Gegenseitigkeit beruhen - es wäre mehr als Einseitig und gegen den Hammer würde sie nicht gewinnen können. Ohne mit der Wimper zu zucken würde es 1:0 für das Ding stehen - und eine Revanche würde sie, mit äußerst hoher Wahrscheinlichkeit, nicht mehr bekommen. Zu Schade aber auch.
Während der Kerl sie finster anblickte und langsam auf sie zu ging, sie dabei regelrecht mit zusammengekniffenen Augen fixierte, passierte etwas, was sie zugegebenermaßen, sehr zu ihrem Leidwesen und insbesondere zu dem ihres Gegners, mehr als überraschte. Um ehrlich zu sein - wer würde mit einem menschlichen Medizinballschon  rechnen? Keiner, genau. Und genau dies, war nun der gegebene Fall. Akiko, welche gerade fieberhaft überlegte, wie sie den Kerl am Besten loswurde und nebenbei den einen oder anderen Kumpanen von ihm dazu, näherte sich dieser gefährlich, als er von einem gefährlichen Wurfgeschoss - in Form eines großen Banditen - getroffen und umgerissen wurde. Mit einem lautem Gong knallten die beiden Männer heftig gegen die Scheibe, weshalb sich die junge Magierin schon anfing sorgen zu machen, ob sie es nicht ernsthaft beschädigt hatten. So genau wollte sie dies allerdings nun auch nicht untersuchen. Völlig perplex starrte sie das Gewirr aus Armen und Beinen, welches vor Schmerzen stöhnte, an und legte den Kopf schief. Dies hätte sie nie und nimmer erwartet. Mit einer hochgezogenen Augenbraue wandte sie sich in die Richtung, aus der das Geschoss kam und runzelte vor Unglauben die Stirn. Entweder hatte sie einen Schlag gegen den Kopf bekommen - in dem Falle wahrscheinlich nicht vom Hammer -, oder sie lag mit ihrer mehr als subspekten Vermutung richtig... Hatter der Fremde den Anführer etwa geworfen? Allem Anschein nach schon, was sie leicht in Staunen versetzte. Der Typ war fast genauso riesig wie der Fremde und ebenso stemmig, und dennoch schaffte er es ihn hochzuwerfen und wie ein wertloses Spielzeig wegzuwerfen? Ich glaube ich spinne... Für diesen Mann war es anscheinend nichts.
Als würde sie das nicht schon genug überraschen, ging er in die Hocke, krallte seine Hand in die Erde, knurrte und dann - ja, was dann? Akiko konnte es sich nicht recht erklären, was nun vor sich ging. Doch ihre Nackenhaare begannen sich aufzustellen und sie musste unwilkürlich schlucken. Hier stimmte etwas definitiv nicht, er hatte etwas vor, eindeutig. Dieser Fremde wirkte auf sie wie ein Raubtier auf der Jagd - bereit zum Sprung, was er mit seiner Aussage nur umso mehr unterstrich. Es war unübersehbar, dass er nun keine halben Sachen machte. Die Umgebung, der Wald veränderte sich auf eine unheimliche Art und Weise. Es wirkte bedrückend und beängstigend zugleich für die junge Magierin und es kam ihr so vor, als würden die Bäume ein Eigenleben entwickeln. Egal was nun vonstattenging - es war ihr alles andere als geheuer. Und ihr ging es anscheinend nicht allein so. Die Banditen wirkten nun, als sie sich umsah, mehr als nervös. Sie meinte sogar Schweißtropfen an ihren Schläfen hinabrinnen zu sehen. Nein, sie war nicht die Einzige mit einem schlechten Gefühl.
Tief durchatmend und das mulmige Gefühl in ihrer Magengegend ignorierend, wandte sie sich den restlichen Männern zu. Drei von ihnen waren aufgrund ihrer Verletzungen nun aus dem Rennen, weshalb sie sich nun um die anderen kümmern musste. Wenn sie es schaffte, sie alle an einem Punkt in ihrem Mirror Room einzuschließen, konnte sie kurzen Prozess machen. Doch wie sollte sie ihr Vorhaben dem Fremden mit den Narben verdeutlichen? Sie blickte ihn direkt an, ehe sie einen Seufzer von sich gab und auf die erstbeste Gruppe zusprintete, um kurz davor, als sie ihre Säbel hochrissen, nach rechts abzubiegen und auf die nächste zusteuerte. "Mensch seid ihr lahmarschig. Und ihr wollt Banditen sein? Da sind sogar kleine Mädchen schneller", provozierte sie. Zwar sollte sie eher ruhig sein, schließlich hatte sie sich vorhin von den Pfeifen überholen lassen, doch es zeigte die gewünschte Wirkung. Mit wütendem Gebrüll hetzten sie ihr hinterher, ebenso die, welche sich nicht auf den Fremden konzentrierten. Entweder würde sie ihren Zauber anwenden, oder der Mann mit den hellen Haaren, könnte es erledigen, wenn er sie verstand und mitspielte. Egal wer es tat, es war letztendlich irrevelant.
Nach oben Nach unten
Gast
avatar
Gast
Beitrag© By Gast  Mi Jan 18, 2017 2:58 pm

Wind. Kühl und sanft. Hart und beißend. Er streicht über deine Haut. Zerrt am Körper. Du biegst dich unter seiner Macht. Regen. Kühl. Nass. Es tropft an dir herab. Benetzt die Welt unter dir. Fließt in dich hinein. Sonne. Warm. Gut. Hoch über dir. Ziel deiner Wünsche. Näher. Immer näher. Erde. Kühl und doch warm. Schutz. Mutter. Schenkt Leben. Schenkt Wasser. Schenkt Halt. Herkunft. Du stammst aus ihr. Kehrst irgendwann zu ihr zurück. Bald. Irgendwann. Zeitlose Ewigkeit. Es wird kalt. Keine Sonne. Weißes Wasser auf deinem Haupt. Du siehst alt aus. Krank aus. Dann wird es warm. Leben. Sonne. Du blühst auf. Bist stark. Dann wird es kalt. Du wirst älter. Wieder. Und wieder. Und wieder. Tiere leben an dir. Mit dir. In dir. Sie fressen dich. Sterben. Du nimmst sie auf. Und wächst. Zur Sonne. Brichst aus der Erde hervor. Strebst in den Himmel. Lebst.

Kaum hatten Garous Finger den Boden berührt, kaum das er das Laub und den Schmutz unter seinen Fingerkuppen spürte, drangen Erinnerungen wie Bilder in ihn ein. Er vergas zu atmen. Konnte nicht atmen. War eins mit der Welt. Er wurde ein kleiner Samen. Einsam in der dunklen Erde. Doch er wuchs. Und wuchs. Brach hervor aus der Einsamkeit, aus der Dunkelheit. Bis das Licht der Welt ihn erreichte. Und er wuchs weiter. Wurde älter. Wuchs weiter. Wurde älter. Insekten krabbelten zwischen seinen Wurzeln. Vögel bauten Nester in seinen Ästen. Rehe fraßen an seiner Rinde. Bären rieben sich an ihm. Bis sie starben und Teil der Erde wurden. Teil von ihm. Wie immer verband sich auch Garous Bewusstsein mit der Welt um sich herum. Seine Magie schwand aus seinem Körper. Floss aus seinem Körper in den Boden um sich herum. In den Wald um sich herum. In die Erde, die Wurzeln, die Bäume und Sträucher. In jeden Ast. Garou spürte Vögel auf seinen Ästen. Insekten zwischen seinen Wurzeln. Der Wald zitterte mit seinem Atem. Grollte mit ihm. Er war Teil des Wald und der Wald war Teil von ihm. Der Advent des Großen Jägers stand bevor.

Manche Legenden behaupten, der große Jäger sei ein mächtiges Monster, dass den Lebenden das Leben entreißt und sie verschlingt. Hörner wie ein Stier, Fänge wie eine Viper. Den Körper eines Löwen. Den Körper eines Tieger. Mit Flügeln wie ein Drache und Klauen wie ein Bär. Anderen zufolge, besitzt er die Gestalt eines hochgewachsenen Menschen. Eingehüllt in schwarze Schatten und Furcht, einen mächtigen Schnitter an seiner Seite. Garou denkt an das Lamm. Und den Wolf. Das Lamm ist friedfertig. Es ist ein geschickter Jäger. Es kommt leise und unbemerkt. Ein silbernes Aufblitzen. Dann entreißt dich ihr silberner Pfeil den Leben und bringt dich in die ewigen Weiten, wo du in Ewigkeiten jagen darfst. Oder es kommt der Wolf. Eine ungezähmte Bestie. Ein Monster. Wild und brutal. Mit Zähnen und Klauen und Grollen und Beißen. Der Wolf liebt die Jagd. Er hetzt seine Opfer, spielt mit ihnen und ihrer Furcht, bis er ihre Körper zerreißt und ihrer gequälten Existenz ein Ende bereitete. Ein gewaltsames Ende. Garou lauschte. Das Hecheln des Wolfes klang klar und deutlich in seinem Nacken. Er blickte zu den Menschen vor sich. Der Wolf wollte nicht mehr warten. Zeit zu jagen.

Das Weibchen sprach etwas. Garou vernahm es nicht. Dann rannte sie und ein Großteil der Männchen hetzte ihr hinterher. Hatten sie Angst? Wollten sie fliehen? Sie wollten gejagt werden! Mit einem dröhnenden Fauchen, dass die Bäume um sie herum zu zittern brachte, machte Garou einen Satz auf die Menschengruppe vor sich. Seine Füße bohrten sich in die Erde und ließen sie davon stoben. Sein Körper vibrierte, als seine Hände den Boden fanden. In einer fließenden Bewegung landete Garou und war bereits wieder davon gehetzt, kaum das er den Boden berührte hatte. Mordlust und Jagdfreude glitzerte in seinen Augen. Geifer spuckte aus seinem Mund. Aus mehreren Metern Entfernung stürzte er sich auf den ersten Banditen, der dumm genug gewesen war, ihm den Rücken zuzudrehen. Spiegelsplitter steckten in seinen Beinen und verhinderten das er davon lief. Ohne Vorwarnung sprang Garou den Mann von hinten an. Seine Füße landeten in seinen Kniekehlen, seine Arme packten Kopf und Schulter. Ohne eine Chance wurde er zu Boden gerissen. Es tönte dumpf, als der leblose Körper zu Boden sackte, den Kopf unnatürlich verdreht. Das Genick war gebrochen. Nur schwer unterdrückte Garou das Verlangen ein Siegesgeheul aus zu stoßen. Noch hatte er seine Beute nicht erlegt.

Einer der Banditen, auch er war gut verwundet von den explodierenden Spiegeln, schien der Meinung, er täte besser daran davon zu humpeln, anstatt irgendetwas zu versuchen. Garou knurrte vor Abscheu. Feiglinge die das Rudel in Gefahr in Stich ließen waren ihm zu wieder. Er grollte und deutete auf den Rücken des Mannes. Bäume waren träge, sie waren alt und langsam. Zeit spielte eine andere Bedeutung für sie. Es dauerte einen Moment, bis sie sich Garous Willen und seinem Zauber - Wucherwurzel - unterwarfen. Wurzeln brachen aus der Erde hervor und schlugen den Mann von den Beinen. Er schrie, versuchte sich zu befreien, doch mehr und mehr Wurzeln umschlossen ihn. Bald wurde das Schreien zu einem Wimmern. Dann verstummte es. Wurzeln zogen den Körper ins Erdreicht. Ein weiterer Tribut an die Bäume des Waldes. Mit gekrümmten Rücken richtete sich Garou wieder auf und witterte. Dann hetzte er den Männer und der Frau hinterher. Dabei stieß er unbemerkt das Alphamännchen um, das gerade wieder auf die Beine gekommen war und erneut verknäulten sich Alpha und Hasenscharte in einem Gewirr aus Armen und Beinen. Lästerliche Gefluche, für das Garous Mama ihm das Maul mit Seife ausgewaschen hätte und wütend gekreischte Befehle an die überlebenden und umherstehenden Banditen drangen daraus hervor.


[ooc: Sorry, Sorry, Sorry, dass es so ewig gedauert dieses Mal!]
Nach oben Nach unten
Gast
avatar
Gast
Beitrag© By Gast  Mi Feb 01, 2017 11:18 pm

Von der Meute Banditen, welche ihr hinterherjagten, wurde Akiko von dem fremden Mann abgelenkt. Ihre Konzentration lag vollkommen auf ihre Verfolger und den staubigen, unebenen Weg vor ihr – schließlich wäre es mehr als fatal in ihrer derzeitigen Lage zu stolpern und ihre Nase Bekanntschaft mit dem Grund und Boden zu machen. Und damit war nicht der Fakt gemeint, dass sie sich mehr als lächerlich machen würde, als sie es ohnehin schon getan hatte. Verzeih, oh Stolz. Nein, die Kerle wollten ihr ans Leder gehen und sie einen mehr als qualvollen Tod sterben lassen. Und es war nicht so, dass sie es ihnen ganz verübeln konnte. Nein, wäre sie ein Bandit, wäre sie ebenfalls mehr als angepisst, wenn so ein Porzellanpüppchen um die Ecke kam und eigentlich von ihnen ausgeraubt und… anderweitig beschäftigt worden, es sich aber dann doch wehrte und die Meute als Zielscheiben verwendete, weil sie sie mit Spiegelscherben aufspießte. Akupunktur soll gesund sein, doch in der Form… mehr als kontraproduktiv für die geschundenen Körper. Ja, sie wäre auch mehr als angefressen gewesen. Aber sie war erstens kein Bandit und zweitens das ahnungslose „Opfer“, welches sie überfallen wollten. Und weil sie sie mehr und mehr provoziert hatte, wäre es für die junge Magierin der Tod, wenn sie sich jetzt erwischen lassen würde. Denn sie hatte keine Zweifel, dass diese unzüchtigen Gedanken, welche die Männer vorhin noch gehegt hatten, entweder komplett durch Mordgedanken, oder aber mit dem Vorsatz, sie, bevor sie ins Gras biss, doch noch ordentlich leiden zu lassen, in welcher Form auch immer, ersetzt. Und sie brauchte keinen neuen Haarschnitt, vielen Dank. Oder ein zweites Grinsen – am Hals. Nein, es gab definitiv schönere Dinge.
Während die junge Frau ihre Beine in die Hand nahm und versuchte, sich nicht erwischen zu lassen, geriet der Fremde für sie in den Hintergrund. Ein Fehler, um genau zu sein. Sie kannte ihn nicht, wusste nicht was er vorhatte, außer die Banditen auszuschalten, und wie seine generelle Gesinnung war. Vielleicht war er ja ein Psychopath – auch wenn er absolut nicht so wirkte -, dass konnte man schließlich nicht wissen. Und egal was er vorhatte, es war Akiko nicht geheuer. Doch ihre Verfolger nahmen ihre Aufmerksamkeit so sehr in Beschlag, dass sie seine Veränderung – anders wusste sie es nicht zu beschreiben oder zu benennen -, nicht weiterverfolgte. Letztendlich hätte sie dann doch nicht sagen können, was in dem Moment dort vor sich ging; sie verstand es nicht und hatte Mühe es sich selbst zu erklären. Egal was das für eine Magie war, es hatte ihr schon vorhin ein merkwürdiges Gefühl bereitet und sie wusste schlicht und einfach nicht, was sie davon halten sollte. Sie wusste nur, dass sie definitiv kein Ziel von ihm sein wollte. Er würde sie wahrscheinlich zerreißen mit seiner animalischen Kraft, wie ein Stofftaschentuch. Mehr wäre sie wahrscheinlich nicht für ihn. Und wie gefährlich der Mann mit den hellen Haaren sein konnte und das ihr Bauchgefühl sie im Moment nicht betrog, konnte sie nun mit eigenen Augen beobachten. Das raubte ihr gefühlte zehn Jahre ihres Lebens.
Gerade noch den Blick geradeaus gerichtet, hörte sie hinter sich einen merkwürdigen, ins Mark fahrendes Geräusch und schaute über ihre Schulter hinweg nach hinten, um kurz darauf ruckartig zusammenzuzucken und zu straucheln. Zwar konnte sie sich noch schnell und mehr als unelegant noch fallen und einen Sturz in Richtung Erde verhindern, doch der Schreck steckte tief in ihren Knochen und ebenso das Bild eines zähnefletschenden Mannes, welcher mehr einem Raubtier glich, als äußerlich einem Fremden. Dieses Funkeln in seinen Augen, sein Blick, verhieß nichts anderes, als Tod. Tod, Tod, und nochmals Tod. Und die ungepflegten Banditen, welche auch in diese Richtung schauten, sahen dies anscheinend auch. Ein paar blieben stehen, starrten den Fremden angsterfüllt, zitternd und mit offenen Mündern an, während ein paar in Akiko noch weiterhin eine leichte Beute sahen und weiter auf sie zuhielten. Ehe sie durch das laute Geschrei, eines Kameraden abgelenkt wurden, welcher nun tot, mit ungesund verdrehten Hals im Staub lag und sich nicht mehr rührte von einem Moment zum anderen, als der Fremde ihn ansprang. Er zuckte nicht mal mehr, was die Vermutung nahelag, dass er tot war. Ab dem Punkt brach das komplette Chaos war, mehr als vorhin noch herrschte.
Ein paar versuchten die Flucht zu ergreifen, so wie ein Exemplar, welches kurz darauf von Wurzeln in Richtung Erdreich verschluckt worden ist – und der markerschütternde Angst- und Todesschrei hallte der jungen Frau eine Weile in den Ohren wieder -, während sich andere Banditen Akiko oder zögerlich ihrem neuen Gegner näherten, um die Befehle ihres Anführers, welcher noch immer mit Bandit Hasenscharte im Dreck verkeilt herumlag, auszuführen. Doch einigen war die Angst deutlich im Gesicht geschrieben und die junge Magierin konnte sie verstehen. Dieser Anblick, welcher der hellhaarige Mann bot, war mehr als furchterregend und die Angst kroch immer mehr hervor. Ihr Herz pochte wie wild, und das nicht nur vom Laufen, weshalb es regelrecht dröhnte und andere Geräusche überlagerte. Es würde sie nicht wundern, wenn andere es hören würden.
Noch an Ort und Stelle gefesselt, bemerkte Akiko eine Bewegung aus den Augenwinkeln und mit einem leichten Aufschrei wich sie dem Säbel aus, dessen Klinge sie leicht am Arm streifte und eine blutige Spur hinterließ. Kurz vom Schmerz auf keuchend, bedeckte sie die schmerzende Stelle mit der Hand und blickte dem Angreifer direkt in die Augen, welcher hinter sich von drei weiteren, humpelnden Banditen verstärkt wurde. Immer einen Schritt nach hinten machend, sammelte sie ihre Kräfte und Konzentration; wappnete sich für die aufkommenden Schmerzen, welche gleich folgen würden. Den Fremden und ihre Angst vor ihm kurz verdrängend, ebenso wie ihre Schmerzen am Arm, blickte sie den Banditen in die Gesichter und wendete ihren Zauber Mirror Room an. Kurz darauf schossen Spiegel aus dem Boden, um ihre Angreifer herum und bildeten eine große Wabe, welche von oben durch einen Spiegel als „Deckel“ geschlossen wurde. Es dauerte nicht lange, ehe man die Geräusche von Stahl auf Stahl und das Gebrülle und verzerrten Schreie der gefangenen Männer vernahm. Sie wurden von ihren eigenen Spiegelbildern angegriffen und würden dies wahrscheinlich nicht erleben.
Die Kopfschmerzen waren eine Qual und ließen die junge Frau kurz aufstöhnen, ehe sie ihre Atemübungen begann, um den Schmerz bisschen erträglicher zu machen. Auch wenn es fast nichts brachte – besser als gar nichts. Ihre Priorität lag nun darin, den Raum solange aufrecht zu erhalten, bis sie keine Lebenszeichen mehr vernehmen würde. Doch ihre Konzentration schweifte kurz zu dem Fremden hinüber, welchen sie mit Augen so groß wie Untertassen beobachtete und sich nicht sicher war, was sie dann tun solle, falls er sie angreifen würde. Denn eines war sicher, er war zu schnell und zu stark für sie, sollte sie seine nächste Beute sein. Denn was anderes wären sie und die Banditen nicht für ihn.

(out: Es tut mir verdammt leid, dass es so lange gedauert hat :/ Tut mir leid...)
Nach oben Nach unten
Gast
avatar
Gast
Beitrag© By Gast  Mo Feb 20, 2017 1:50 pm

Badum. Badum! BADUM! Wie ein Donnerschlag trommelte sein Herz in seiner Brust. Das Rauschen des Waldes und die Schreie der Männer verstummten unter dem Rauschen des Bluts in seinem Kopf. Dem Adrenalin das in seinen Adern pumpte. Sein Herz raste. Der Blick war wir. Die Bewegungen wirkten weit entfernt und schemenhaft. Ein wunderbarer Rausch. Dunkel und gierig stieß Garou ununterbrochen ein bedrohliches Knurren aus, heulte vor Lust und vor Freude. Seine Zähne funkelten wie Reißfänge im Dunkel des Wald und seine Lippen verzogen sich zu einem bestialischen Grinsen. Mordlust und Wahn funkelten in seinem Blick. Knurren. Verrücktes Lachen. Die Geräusche verschwammen und mischten sich, bis deine kaum noch vom anderen zu unterscheiden. Der Schalter war umgelegt, der Verstand ausgeklinkt, die Jagd hatte begonnen.

Die Haare auf Garous Armen richteten sich auf, wie unter Strom. Wie kleine Blitze schossen Empfindungen durch seinen Körper. Die Muskeln zitterten, begierig darauf loszuschnellen und seinen Körper in Bewegung zu setzen. Wie von wilden Winden gepackt, wirbelte das lange, weiß-graue Haare hinter ihm her. Die Magie des Waldes durchströmte seinen Körper, veränderte ihn. Seine Finger hielt er gekrümmt, die Nägel ähnelten Klauen. In gebückter Haltung hetzte Garou über den feucht kalten Waldboden. Die Muskeln in seinen Beinen schwollen an, spannten sich und katapultierten ihn weiter nach vorne. Freudiges Hecheln drang aus seiner Kehle, als seine Beute näher und näher kam. Bald würde der Große Jäger sie holen, ihr Leben aus seinen Händen reißen. Er würde sie nur erwischen müssen. Beißen. Reißen. Packen. Brechen. Töten.

Dem ersten drehte Garou sprichwörtlich den Hals um. Der zweiten ließ er von Bäumen zerbrechen. Unbändige Freude und Spaß durchströmten Garou, der es sichtlich genoss Tod und Verderben zu bringen. Es war ein schrecklicher und wunderschöner Anblick. Für seine Beute war er der Fleisch gewordene Tod, doch wer dahinter blickte, hinter das bloße Fleisch und Blut, Tod und Leben, der konnte viel mehr sehen. Das wunderbare Zusammenspiel der Muskeln. Die beinahe kindliche Freude die in den vernebelten Augen glitzerte. Die verstecke Grazilität in jeder Bewegung. Die wilde Unbefangenheit seiner Taten, frei von menschlichen Bedenken und Zwängen. Der Horror in den Augen der Banditen, ihre Gesichter zu Masken des Schreckens verzogen. Es war nicht das reine Töten, nicht das Morden von Schwächeren. Es war die Situation. Die Ankunft des Unausweichlichen. Endgültigen. Der Abschluss eines ewigen Kreislaufs. Der Moment in dem Leben und Tod koexistierten, ehe das Licht erlosch und ein Körper zu Boden sank, um Teil eines anderen Lebens zu werden.

Mit einem tiefen Atemzug sog Garou die Waldluft in seine Nasen. Sein Körper bebte. Es roch nach Moder und Dreck. Die Luft war feucht. Blut lag in der Luft. Schweiß. Angst. Irgendjemand hatte sich eingenässt. Er witterte das Adrenalin der Männer, das Metall ihrer Waffen. Durch den Schleier den Rausch um seine Sinne legte, horchte er ihren Schreien, ihrem Rufen. Ihrem Keuchen und Stöhnen. Wenn Worte seine Sprache wären, würde er sie verstehen. Doch in diesem Augenblick lauschte er der Angst in ihren Stimmen, den Zorn in ihrer Flüchen, dem Willen sich zu widersetzen in dem Klirren ihrer Waffen. Bildete er sich nur ein oder konnte er tatsächlich ihren grollenden Herzschlag hören? Das dumpfe Dumbadum, dass Leben durch ihre Adern jagte? Für einen Moment hielt Garou still, lauerte in gehockter Position am Boden und lauschte. Klar und deutlich vernahm er die Schritte des Großen Jägers, lauschte seiner Ankunft. Sein Blick wurde klar und er fixierte den nächsten Banditen. Er sprang.

Ein grauer Blitz schoss durch die Luft. Schon hatte Garou eine Hand des Mannes gepackt und wirbelte um seinen Körper herum. Seine Beine schlossen sich wie ein Schraubstock um seine Beine und drückten zu. Der Bandit ging in die Knie und schon hatte Garou ihn zu Boden gerungen. Angst stand dem Mann ins Gesicht und panisch schlug er mit der freien Hand auf dem Waldboden herum, suchte den Dolch er vor Schreck fallen gelassen hatten. Ein wölfisches Grinsen schwebte über seinem Gesicht. Seine Augen weiteten sich. Finger schlossen sich um kaltes Metall. Ein Heulen. Gurgeln spuckte der Bandit Blut, als das Leben aus ihm heraus lief. Rot lief es Garous Lippen hinab. Das weiße Lächeln war nun Blut verschmiert, während er sich aufrichtete. Zu seiner Rechten lag ein verletztes Weibchen am Boden. Wo kam sie her? War sie bei den Banditen gewesen? War sie Beute? Garous Hand zuckte nach oben, bereit zuzuschlagen.

Eine Handbreit vor dem Gesicht der Frau hielt er plötzlich inne. Die Klauen zitterten. Ein Augenblick der Klarheit durchbrach seinen Rausch und Garou erinnerte sich, dass die Frau die Beute der Banditen gewesen. Ein bitterer Hauch von Enttäuschung durchzog seinen Blick. Er zog die Hand zurück und wischte sich das Blut von den Lippen. Der metallene Geschmack blieb dennoch. Er hätte sie gerne gejagt. Aber er durfte nicht. Nicht jetzt. Nicht heute. Vielleicht ein ander' Mal. Jetzt war sie die Beute seiner Beute. Er würde wohl kaum Beifall kassieren, wenn er die Schandtaten wegen denen er die Banditen jagte, selbst beging. Vielleicht ein anderes Mal. "Grrrrshit.", knurrte er leise und schnüffelte. Sie roch gut. Das Blut das ihren Arm hinunter lief rief ihn leise. Aber er würde widerstehen. Würde es müssen. Sie war keine Beute. Mit einem festen Griff packte Garou die Frau an der Schulter und zog sie rücksichtslos auf die Beine. Er konnte niemanden beschützen, wenn er jagte. Ein Seitenblick auf den Spiegelwürfel sagte ihm jedoch, dass sie vielleicht nicht ganz so schutzbedürftig war. Andererseits schien in ihr im Augenblick nicht viel mehr Leben als in den Banditen um sie herum.

Diese hatten den Moment in dem Garou sich mit der Frau beschäftigt hatten genutzt, um sich zu sammeln. In einem großen Halbkreis standen sie um die beiden Zauberer herum, die Waffen gezückt in den Händen. Das Alphatier hatte sich befreit, bemerkte Garou und warf Blicke der Verachtung zu dem ungleichen Paar, dass vor seiner Meute stand. Auch wenn er vor Wut kochte, war ihm offensichtlich nicht wohl bei der Sache. Auch die anderen schienen alles andere als zufrieden mit der Situationen. Immer wieder warfen sie Blicke zu dem Mann vor Garous Füßen, der noch immer spuckte, panische Blicke umher warf. Blut blubberte gurgelnd aus seinem aufgerissenen Hals. Garou fauchte und knurrte die Männer an, während er sich vor der Frau aufbaute. Egal in welche Richtung er rannte, die Männer würden auf der anderen Seite durchbrechen. Er warf einen kurzen Blick zu der Frau, die noch immer aussah, als ob sie gleich umkippen würde.

EDIT: Der Kampf war schnell vorbei. Es dauerte nicht lange, bis sämtliche Banditen ihr vorzeitiges Ende fanden, wodurch Garous Auftrag erledigt war. Die junge Frau lies er im Dorf zurück, damit sie sich von ihren Wunden erholen konnte, ehe er davon lief, um in der Gilde Bericht zu erstatten.

tbc: Web Alley, Die Wüste
Nach oben Nach unten
Seizon-sha
avatar
Anzahl der Beiträge : 41
Anmeldedatum : 02.01.17

Infos
Alter: 21
Besonderheiten:
Magie: Kettenmagie
Beitrag© By Akito  So Apr 02, 2017 8:40 pm

CF: Kneipe "Zum stummen Fisch"


Das Wetter war ideal zum Jagen. Es windete kaum, es war nicht brennend heiss, sondern angenehm und einige Wolken waren am Himmel. Leise setzte Akito einen Fuss vor den Anderen, hing dabei seinen Gedanken nach. Im Moment schwieg er, weil er sich auf das kommende Gespräch vorbereitete.
Als sie eine Lichtung erreicht hatten, in deren Mitte ein grösser Felsen war, blieb Akito stehen. Er lehnte den Bogen gegen den Stein und setzte sich dann darauf.
Mit einem Seufzen strich er sich die Haare zurück.
"Akira ...?", begann er dann. Sie waren gute dreissig Minuten von der Stadt weg. Der Wald war gross, also war die Wahrscheinlichkeit klein, dass sie hier überrascht würden.
"Wie siehst du das mit der Gilde?", wollte er wissen, zog die Beine an die Brust und legte die Arme darum. "Hältst du es für eine gute Idee? Können wir das machen? Denkst du wir können bei Sasha und Lynn bleiben ohne sie dauernd in Gefahr zu bringen?"
Das war eine seiner grössten Sorgen. Bis jetzt hatte er nur auf eine Person aufpassen müssen. Wenn er nun auf drei aufpassen musste ... Wurde es viel riskanter. Er konnte nicht überall gleichzeitig sein. Die Chance dass er versagte war deutlich höher.
Nach oben Nach unten
Benutzerprofil anzeigen
The Perfect Imperfection
avatar
Anzahl der Beiträge : 33
Anmeldedatum : 08.01.17

Infos
Alter: 21
Besonderheiten:
Magie: Metal Transformation
Beitrag© By Akira  Di Apr 11, 2017 5:15 pm

Die Zwillinge hatten erst wenige Schritte in den Wald gesetzt, als Sakina auch schon direkt davon stürmte, hinein ins Dickicht. Ob sie wohl ein neues „Spielzeug“ gewittert hatte? Wahrscheinlich war sie einfach nur froh, endlich mal wieder draußen zu sein und ihre ganze Energie ordentlich verbrauchen zu können. Und obwohl er keine Ahnung hatte, wo die Wölfin hin lief, machte er sich wenig Sorgen um sie. Sie würde sich nie so weit von den beiden entfernen, dass sie ihren Pfiff nicht hören würde und selbst wenn etwas sein sollte, Sakina konnte inzwischen gut auf sich selbst aufpassen. Immerhin war sie ein Stückchen größer und auch stärker als der durchschnittliche Wolf und mit ihren zwei Köpfen konnten sie sich sogar gegen größere Tiere wehren.
Daher war es nicht die Wölfin, um die sich Akira derzeit Gedanken machten. Nein, die kreisten um das Gespräch, das unweigerlich kommen würde, sobald sie tiefer im Wald waren. Und tatsächlich, als sie auf einer Lichtung, etwa 30 Minuten vom Ort entfernt, ankamen, legte sein Bruder direkt seinen Bogen ab und setzte sich auf einen großen Stein. Akira selbst lehnte sich an einen Baum nahe des Felsen, verschränkte die Arme vor der Brust und schloss die Augen, während er über die Worte seines Bruders nachdachte. „Du magst Sasha, oder?“ Diese Frage war das Erste, was der Schwarzhaarige sagte, nachdem er seine Augen wieder öffnete und seinen Bruder anblickte. Sie mag nicht direkt etwas mit den Fragen die sein Bruder ihm gestellt hatte zu tun haben, doch Akira kannte ihn gut genug um, meistens, zu wissen, was in ihm vor sich ging. Und daher war ihm klar, dass das eine weitere Sache war, die seinen Bruder beschäftigte. „War es nicht schon immer eines unserer Ziele einen Ort zu finden, an dem wir sicher sind? An dem wir nicht ständig aus Angst vor dem Rat auf der Flucht leben mussten? Diese Gilde... Sie besteht nicht nur aus den beiden Mädchen. Und alleine die Tatsache, dass sie sich so lange schon dem Rat widersetzen konnte ohne von ihm ausgelöscht zu finden, zeigt doch nur, dass sie nicht schwach ist. Und auch wenn wir niemanden sonst aus der Gilde kennen... Wir vertrauen doch den beiden, oder? Und sie vertrauen der Gilde. Also sollten wir ihr eine Chance geben. Und wenn es nicht klappen sollte, können wir immer noch wieder abhauen. Darin sind wir ja inzwischen Meister.“ Den letzten Satz sagte er mit etwas Trauer in der Stimme. Es stimmte zwar, doch war das absolut nichts, was ihn freute. Die zweite Frage von Akito ließ ihn jedoch leicht die Stirn runzeln, ehe er seinen Kopf schüttelte. „Ich glaube nicht, dass die beiden deinen, oder unseren, Schutz benötigen. Nein, ich denke sie sind sogar stärker als wir, aber auf jeden Fall genauso stark. Um so was brauchst du dir wirklich keinen Kopf machen. Wir alle können uns gut selbst verteidigen und wenn wir vier zusammen arbeiten und kämpfen... Dann kann uns niemand aufhalten.“ Ein bestimmter Ton und ernster Blick begleiteten diese Worte und sollten Akito vermitteln, wie ernst es seinem Bruder war. „Ich denke es ist richtig. Wir können nicht immer nur auf der Flucht sein. Das reibt uns auf. Macht uns kaputt. Mit den beiden ging es uns zwar besser, aber trotzdem... Sollten wir weiterhin immer nur laufen, gehen wir definitiv endgültig kaputt.“
Nach oben Nach unten
Benutzerprofil anzeigen
Seizon-sha
avatar
Anzahl der Beiträge : 41
Anmeldedatum : 02.01.17

Infos
Alter: 21
Besonderheiten:
Magie: Kettenmagie
Beitrag© By Akito  Mi Apr 12, 2017 4:10 am

Während Akira sprach, schaute Akito zu ihm hinab. Ihm war wichtig, was sein kleiner Bruder dachte, weshalb er sich auch ganz genau anhörte, was er zu sagen hatte. Akira schien ... Der Gilde beitreten zu wollen. Sein Grundtenor war positiv. Und was er sagte, stimmte durchaus.
Er mochte Sasha. Er mochte auch Lynn, auch wenn sie beide ... Naja, manchmal aneinander gerieten. Und er hatte beobachten können, dass Akira sich in Lynns Gegenwart anders verhielt. Dass er sie sympathisch fand...
Akito seufzte leise. Aber das war auch ein Punkt der ihm Sorgen bereitete. Natürlich brauchten sie einen Ort, wo sie sein konnten. Wo sie nicht mehr dauernd auf der Flucht waren, rastlos und ohne irgendein Ziel. Aber Bekanntschaften, Freunde ... all das bedeutete Schwäche. Wenn jemand drohte den beiden Frauen etwas anzutun? Sie benutzte, um ihn gegen seinen Bruder auszuspielen? Das alles waren Risiken. Bisher hatte er nur Akira gehabt, der ihm etwas bedeutet hatte ... Aber wie Akira sagte, jeder von ihnen konnte auch gut auf sich selbst aufpassen. Vielleicht wurden sie wirklich stärker. Weil sie soetwas wie ein Zuhause hatten.
Er begann Moos zwischen den Ritzen des Felsens hervor zu kratzen.
"Du weisst, dass es gewissermassen auch ein Risiko ist. An einem Ort zu bleiben. Für eine Gilde zu arbeiten. Wir werden schneller entdeckt, die Leute werden wissen wo sie uns finden. Es ... Es ist ein Schritt ins Unbekannte ..."
Er spickte ein Stück Moos durch die Luft. Da war noch etwas anderes das ihn beschäftigte.
"Wir können es versuchen. Womöglich klappt es ja und wir haben tatsächlich wieder einmal soetwas wie ein Zuhause. Aber ... Wir bleiben zusammen, oder? Egal was ... was du womöglich für jemand anderen empfindest, oder? Wir lassen uns gegenseitig nicht im Stich. Richtig?"
Nach oben Nach unten
Benutzerprofil anzeigen
The Perfect Imperfection
avatar
Anzahl der Beiträge : 33
Anmeldedatum : 08.01.17

Infos
Alter: 21
Besonderheiten:
Magie: Metal Transformation
Beitrag© By Akira  Do Apr 13, 2017 10:29 pm

Ein leicht amüsiertes Lächeln tanzte auf den Lippen des Schwarzhaarigen, während er den Worten seines Bruders zuhörte. „Hm, meinst du, der Rat hätte sich nicht schon längst um sie gekümmert, wenn die Gilde so einfach zu finden wäre? Wir beide kennen die Methoden des Rates. Er würde einen Dorn in ihrer Seite niemals so einfach in Ruhe lassen. Nein... Ich denke in der Gilde sind wir sicherer als wenn wir ständig unterwegs wären. Und es ist ja nicht so, dass in jeder Zeitung stünde, dass wir der Gilde beigetreten sind.“ Man konnte seinen Worten und seinem Tonfall anhören, dass Akira sich viele Gedanken bezüglich dieser Sache, und vor allem bezüglich der Gilde, gemacht hatte. „Natürlich ist es ein Schritt ins Unbekannte. Alles was uns potentielle Sicherheit bieten könnte wäre ein Schritt ins Unbekannte. Aber einer, den wir wagen sollten. Denn ich denke dieser Schritt würde uns in eine bessere Zukunft führen können. Gerade mit den beiden Mädchen an unserer Seite...“ Ein wenig errötete Akira bei diesen Worten. Er musste zugeben, er mochte Lynx schon sehr. Er könnte zwar nach wie vor nicht richtig mit ihr sprechen, aber es fühlte sich für ihn viel natürlicher und besser an, als bei anderen.
Der letzte Satz seines Bruders ließ noch ein weiteres Mal einen ernsten Ausdruck auf seinem Gesicht erscheinen. „Akito... Niemand kann sagen, was die Zukunft bringen mag, aber... Ich kann dir versprechen, ich werde dich niemals bewusst und mit Absicht verlassen oder fallen lassen. Ich könnte meinen großen Bruder, mit dem ich so viel durchgemacht hatte, niemals im Stich lassen. Und wie sieht es bei dir aus?“
Nach oben Nach unten
Benutzerprofil anzeigen
Seizon-sha
avatar
Anzahl der Beiträge : 41
Anmeldedatum : 02.01.17

Infos
Alter: 21
Besonderheiten:
Magie: Kettenmagie
Beitrag© By Akito  Fr Apr 14, 2017 4:29 pm

Akito gab ein leises Seufzen von sich. Sein Bruder war schon immer der weniger Misstrauische von ihnen gewesen. Experimentierfreudiger, liess sich schneller auf etwas ein. Aber sein Bruder hatte auch die grössere Weitsicht als er, war besonnener und bedachter. Also sollte er vielleicht auf ihn hören. Sich dieser Gilde anschliessen. Er durfte sich nur nicht zu sehr der Sicherheit hingeben. Jeder in Divine Uocem hatte irgendein Päckchen zu tragen, hatte Rechnungen mit dem Rat offen. Das konnte genauso gut stärken wie schwächen ...
"Nun gut ... Aber bevor wir das tun, will ich mich noch um etwas kümmern. Alleine ..."
Er kam von dem Felsen runter und trat zu Akira, um ihm eine Hand auf die Schulter zu legen. Seine Worten beruhigten ihn. Er hatte ein wenig Angst gehabt, dass seine Zuneigung zu Lynn und Sasha ihn ihm entreissen konnte. Aber sie waren Brüder, hatten viel zusammen durchgemacht. Sie konnten einander nicht einfach loslassen. Nicht nur das, sie hatten sich bereits den Mutterleib geteilt. Also würden sie sich auch den Rest ihres Lebens teilen.
"Ich bleibe immer bei meinem kleinen Bruder, versprochen. Ich würde dich um nichts in der Welt zurücklassen."
Auch wenn er Akira oft aufzog, ihn piesackte und auf die Nerven ging. Er war sein Zwillingsbruder. Wer sollte ihn besser verstehen als er?
Ehrlich gesagt hatte er nie darüber nachgedacht, was werden sollte, falls sie es mal schaffen sollten, Familie zu haben. Selbst mit Frau und Kind würde er wohl immer noch sehr an Akira hängen, oder?
"Wir machen das zusammen, ja? So wie wir alles zusammen machen ..."
Nach oben Nach unten
Benutzerprofil anzeigen
Gesponserte Inhalte
Beitrag© By Gesponserte Inhalte  

Nach oben Nach unten
 

Der Wald

Vorheriges Thema anzeigen Nächstes Thema anzeigen Nach oben 
Seite 1 von 1

 Ähnliche Themen

-
» ALT2: Planung - Das Leben im Wald
» Der Hügel im Wald von Tyto
» Schulweg B - Durch den Wald
» Die Hütte im Wald (Kleine Horrorgeschichte)
» kleiner Wald

Befugnisse in diesem ForumSie können in diesem Forum antworten
Fairy Tail :: Städte in Fiore :: Onibas-
Neues Thema eröffnen   Eine Antwort erstellen