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 Streets of Hargeon

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Seizon-sha
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Beitrag© By Akito  So Jan 22, 2017 9:29 pm

Es war kurz nach halb zehn Uhr abends. Die Temperaturen waren eher kühl, es war nicht angenehm draussen. Weisse Wölkchen tanzten vor den Mündern der städtischen Bewohnern. Viele von ihnen eilten gestresst an dem jungen Mann vorbei, hatten weder Augen noch Ohren für ihn.
Er stand am Ausgang zum Bahnhof und spielte trotz klammen Fingern auf seiner Violine. Seine Hände waren zwar in Stoffhandschuhe gepackt (die Ledernen eigneten sich leider nicht zum spielen ...), doch die hielten die Kälte nur bedingt ab.
Akito versuchte sich auf die einfachen Melodien zu konzentrieren, die er vor nicht allzu langer Zeit gelernt hatte und jedem, der eine Münze oder gar einen Schein in den kleinen Violinenkoffer warf, nickte er dankend zu.
Es war kurz nach Neujahr. Vor wenigen Tagen hatten sein Bruder und er versucht ein wenig zu feiern aber wie immer war es eher schwierig gewesen. Sie kämpften Tag für Tag ums nackte Überleben und vor allem hatten sie vor nicht allzu langer Zeit den letzten sicheren Hafen verloren, wo sie sich der Illusion hingegeben hatten, dass sie endlich frei waren.
Das waren sie nicht. Obaa-san war tot, sie hatten wieder kein richtiges Dach über dem Kopf, hatten wieder nicht mehr jeden Tag was zu essen und vor allem mangelte es auch immerzu an Geld. Das kleine bisschen Geld das sie von Obaa-san mitgenommen hatten, war längstens aufgebraucht.
Über Neujahr waren die Menschen spendabler. Alle waren in Feierlaune gewesen, hatten gesehen, wie die Obdachlosen froren und waren öfters gewillt, die eine oder andere Spende springen zu lassen. Damit beruhigten sie ihr eigenes Gewissen. Sie konnten dann jemandem sagen "Hach, ich habe jemandem dem es schlechter geht etwas Gutes getan" während sie in ihr Haus spazierten und sich etwas zu essen machten.
Die Dame von dem kleinen Laden gegenüber schloss gerade die Ladenfront und kam dann mit einem kleinen Päckchen auf ihn zu.
"Wie ist dein Name?", fragte sie, also unterbrach er sein Spiel kurz, nutzte die Pause, um seine Finger aneinander zu reiben, nachdem er Geige und Bogen ganz vorsichtig abgestellt hatte.
Er musterte die Frau einen Moment lang schweigend. Eigentlich mochte er nicht mit ihr reden aber es wäre dumm gewesen, unhöflich zu sein.
"Akito", sagte er also und versuchte es mit einem halben Lächeln.
"Du spielst jetzt schon einige Zeit fast jeden Abend hier. Wo gehst du hin, wenn du fertig bist?"
Er hob die Schultern.
"Mein Bruder und ich haben ein kleines Quartier, das uns gerade so ausreicht."
"Oh, verstehe ... Müsst ihr die Miete von ... dem hier bezahlen?" Sie nickte mit dem Kopf in Richtung Koffer.
Akito nickte. "Ja ... etwas anderes bleibt uns nicht übrig. Aber es ist nicht so schlimm."
Sie musste ja nicht wissen, dass er eigentlich nicht für das Boot bezahlte, das er zusammen mit seinem Bruder besetzt hatte.
"Nun schau ..." Sie hielt ihm das Päckchen entgegen. "Ich dachte mir, du hast vielleicht Hunger und womöglich ist dir kalt. Ich hab dir ein wenig was zur Seite getan, wenn du magst. Du spielst immer so schön. Und ich wünsche dir noch einen schönen Abend."
Er nahm das Päckchen. "Danke", sagte er, ehe er sich den Inhalt anschaute. Heisse Brühe, ein paar Brötchen und sogar einen Tee waren in der Tüte. Also führte er sich den Tee und die Brühe zu Gemüte, während er die Brötchen für Akira zurückbehielt.
Es war schon öfters vorgekommen, dass Leute ihm heisse Getränke gebracht hatte. Das waren meistens die, denen er fast täglich begegnete.
Trotzdem würde er heute nicht mehr lange machen.

Der Uhrenturm schlug gerade elf, als er die Tür des Schliessfaches schloss, das er sich am Bahnhof zugelegt hatte, um seine Violine darin einzuschliessen. Er war müde, hungrig und ihm war kalt. Die Brötchen in den Taschen seines Mantels lockten aber ... Sein Bruder brauchte auch was. Gerade sein Bruder ...
Trotzdem wollte er erst einmal ...
Seine Schritte führten ihn langsam zu einem kleinen Pub, das sich zwischen einen Kleiderladen und einem Antiquariat schmiegte. Heisse, alkoholgeschwängerte Luft schlug ihm entgegen, als er eintrat, es lief laute Musik und mehrere der Gestalten die hier drin sassen waren bereits so betrunken dass es an ein Wunder grenzte, dass sie noch standen.
Die Barkeeperin nickte Akito zu als er eintrat.
"Na? Was solls für dich sein?"
Vermutlich wusste sie, dass er eigentlich zu jung war, dass sie ihn eigentlich rauswerfen musste aber da er neuerdings zu den Schützlingen eines Mannes gehörte, der hier wohl für die meisten Kunden verantwortlich war, ignorierte sie sein Alter, so wie jeder andere auch.
Er bestellte sich ein Getränk, setzte sich hin und schwor sich, dass er danach gleich gehen würde. Nur dieses eine Bier. Mehr nicht.

Ihm war speiübel, vermutlich hatte er vorher in dieser Gasse gekotzt aber er war sich nicht ganz sicher. Er stützte sich gegen eine Wand, fuhr sich mit den Händen übers Gesicht. Er war aufgekratzt, sein Herz raste. Innere Stimmen stritten. Hättest du besser nicht gemacht. Du hast dir geschworen es nicht zu tun. Jetzt hast du es aber getan. Sorg bloss dafür, dass dein kleiner Bruder es nicht merkt. Du kannst erst weg wenn der Rausch vorbei ist. Weisst du noch wie viel du genommen hast? Er wird es merken ... Du riechst nach Rauch und nach Alkohol. Er wird wissen wo du gewesen warst und du weisst genau wie er dich dann anschaut. Und wenn die Wirkung nachlässt wirst du nicht zum Boot gehen, du wirst umkehren und dir noch nen Zug holen.
Akito lachte, schob sich von der Wand weg. Er würde jetzt schon zum Boot gehen und sich einfach zusammenreissen und Akira würde nichts merken.
Belüg dich doch selbst nicht. Er wird es merken. Er ist ja nicht dumm.
Nein, er würde es nicht merken.
Er riss sich zusammen, ging langsam los, wobei er an einem Lokal vorbeikam, wo die Leute auch ziemlich am Feiern waren. Aber das waren mehr so die Leute, die sich die richtig teuren Sachen leisten konnten. Und auf einmal spürte Akito diese unglaubliche Wut in sich hochsteigen. Das waren die, die sich alles leisten konnten. Denen es immer gut ging. Die immer ...
Einer von ihnen verliess die Party gerade, ging alleine in Richtung Bahnhof.
Akito folgte ihm.
Es war ein spontaner Einfall, ein Impuls den er nicht zurückhalten konnte. Er folgte dem Mann, blieb ihm auf den Fersen, wie ein Raubtier. Und dann, als sie in einer Gasse waren, in der kaum Leute waren, packte er ihn hinten am Kragen und stiess ihn gegen die Wand.
"Na du?!", knurrte Akito. Sein Blut war in Wallung, er musste einfach etwas tun!
"Lass mich in Ruhe", knurrte der Kerl und wollte ihn wegstossen, doch Akito stiess ihn gleich wieder zurück.
"Hast du etwa Angst vor mir, hm? Rück dein scheiss Geld raus oder ich prügle dir die Seele aus dem Leib!"
Jemand packte ihn hinten an der Schulter.
"Hey ... Lass das mal bleiben, ja? Geh einfach wieder, dann können wir das Ganze hier locker lösen." Akito drehte sich halb um, erblickte einen Kerl, der wohl nichts anderes tun wollte als die Situation zu entschärfen.
Aber Akito war sauer. Akito war auf hundertachtzig. Und nur einen Wimpernschlag später schlug er dem Kerl, der es gewagt hatte ihn zu stören, die Faust ins Gesicht.
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Beitrag© By Robyn Skuggi  Mo Jan 23, 2017 8:33 pm

Sie hasste Neujahr. Seit genau drei Jahren war ihr die Festtagsstimmung dieser Zeit zu wider. All die glücklichen, freudigen Gesichter, das aufgeregte Treiben auf den Straßen und hinter feierlich erleuchteten Fenstern. Die Hektik, wenn Menschen in letzter Minute Geschenke und Braten für die verschiedenen Festtage besorgten. Fröhliche Musik, heiteres Lachen, gefühlt noch mehr Betrunkene in Pubs und auf den Straßen als sonst. Es erinnerte sie an das, was sie hätte haben können. Hätte haben sollen. Dazu war es auch noch bitterkalt und Robyns mitgenommene Kleidung wärmte nur geringfügig. Ihre Nase lief frustrierend, die bibbernden Hände steckte sie sich unter die Achseln.

Sie kickte eine leere Dose vor sich her, während sie ohne große Begeisterung durch die Straßen Hargeons zog. Sie war hungrig, die letzte Mahlzeit lag bereits etwas zurück. Allerdings musste sie sich dringend erst aufwärmen und neu einkleiden, bevor sie sich auf einen Raubzug wagen konnte. Mit zitterndem Kiefer und steifen Gliedern war es schwierig, etwas zu klauen und sie fühlte sich im Moment zu ausgelaugt, um sich völlig lautlos zu zaubern. HATSCHI. Robyn verfehlte die Dose mit ihrem Fuß, eine fette Ladung Rotz und Schnodder landete vor ihr auf dem feuchten, gepflasterten Boden. Irgh. Suuper toooll. Nicht.

Missmutig kramte sie ein Stück Stoff aus einer Tasche, die sie bei sich trug. Es war schon hoffnungslos vollgeschleimt. Robyn holte tief Luft, rotzte anständig in das Stoffstück, machte sich die Nase sauber und warf es in die nächstbeste Mülltonne. Ja, Mülltonne. Sie lebte auf der Straße, da musste sie ja nicht auch noch helfen, diese fleißig zuzumüllen.
Sie ging zurück zu ihrer kleinen Spieldose und trat sie kräftig durch die verlassene Straße. Zu dieser späten Stunde war kaum noch jemand unterwegs, hauptsächlich Betrunkene oder Zugedröhnte, auf dem Weg zum nächsten Drink, zum nächsten Kick, zur nächsten Dirne. Niemand von ihnen beachtete sie – wieso auch? Die hatten alle ihre eigenen Probleme, was ging sie da ein dürres, frierendes Gör an.

Das Klappern der Dose verklang irgendwo nicht sichtbar. Aber Robyn wusste trotzdem genau, wo sie liegen geblieben war. Sie konnte den Pfade der Dose genau mit ihren Ohren verfolgen. Genau diese Ohren, vor Kälte so rot wie ihr Haar, lenkten ihre Aufmerksamkeit auf etwas, das in einer Seitengasse passierte. Männer pöbelten sich an. An sich nichts Ungewöhnliches und auch nichts, dem Robyn in der Regel große Beachtung schenkte. Manchmal nutzte sie die Gunst der Stunde, um den Prügelnden unbemerkt und geschwind etwas aus den Taschen zu luchsen, aber dafür war sie im Moment zu steif. Nein, was ihr Interesse daran weckte, war die Stimme einer der Männer. Neugierig eilte Robyn zu der Gasse, aus welcher der Lärm stammte, um sich zu vergewissern. Tatsächlich. Ihre Ohren hatten sie nicht getäuscht. Derjenige, der gerade dabei war, sich tierischen, schmerzhaften Ärger einzuhandeln, war tatsächlich der Straßenmusikant, dem sie so gerne zuhörte. ‚Akito‘ war sein Name. Woher sie den Namen kannte, obwohl sie ganz offensichtlich nie ein Wort mit diesem jungen Mann gewechselt hatte? Manchmal stellte er sich Leuten vor, die ihn nach dem Namen fragten, doch tatsächlich hatte Robyn seinen Namen erfahren, als er sich mit seinem Bruder unterhalten hatte. Und woher sie von seinem Zwillingsbruder wusste, einem Umstand, der ihr ein Hackebeil ins Herz gerammt hatte? Eventuell, also, rein hypothetisch, war es möglich, dass Robyn ab und an ein... stalkendes Fangirl war. Sie hatte alle Zeit der Welt, praktisch nie etwas zu tun, außer zu überleben, und entsprechend heftete sie sich aus Langeweile oder Neugier gerne an die Fersen anderer Leute. Und manchmal waren das eben die Fersen von gewissen wunderbar musizierenden, sich viel zu oft volldröhnenden, kaputten jungen Männern.

Was sie da sah und hörte, begeisterte sie überhaupt nicht. Ganz im Gegenteil. Vielleicht war es dämlich, aber Robyn wollte nicht unbedingt zusehen oder überhaupt zulassen, dass einem ihrer Lieblingsmusiker das Gesicht eingeschlagen wurde. Auf der Straße war es gefährlich, sich zu sehr zu verletzen. Medizinische Behandlung zu bekommen war schwierig, wenn man keine Kontakte hatte, und wenn man sich selbst verarzten wollte, musste man hoffen, dass man sich keine verfluchte Infektion zuzog. Oh nein, soweit durfte es garantiert nicht kommen! Diesen potentiellen – höchst unwahrscheinlichen, aber Robyn suchte einfach irgendetwas, das sie tun konnte – Verlust der Straßenmusiklandschaft konnte sie nicht erlauben!

Klein, dürr und eindeutig nicht kampftauglich, wie sie aber war, würde sie da selbst nichts ausrichten können. Keine Chance, die drei Männer auseinanderzuzerren. Andere Hilfe musste her. Am besten große, kräftige, männliche Hilfe. Robyn wusste genau, wen sie aufspüren musste. Mit etwas Glück war er auch nicht gerade auf einem eigenen Streifzug durch die Stadt, sondern beim Nest der beiden Brüder – ja, wenn schon jemanden verfolgen, dann doch natürlich richtig. Sie kannte das ‚geliehene‘ Hausboot der beiden, hatte sich aber noch nie zu nahe herangetraut. Dieses Mal allerdings musste sie es versuchen. Robyn drehte sich um und rannte los, schlitterte erst einmal ein wenig über die Straße, kämpfte gegen ihre eingefrorenen Glieder. Aber es wurde besser mit jedem Schritt. Während sie zum Hafen stürmte, begleitet von weißen Atemwölkchen, tastete sie nach Block und Stift, die sie fast immer bei sich trug. Gut, waren da. Hoffentlich konnte dieser Akira lesen, ansonsten würde es ziemlich schwierig werden, ihm die dringende Nachricht zu übermitteln. Sofern sie ihn denn tatsächlich fand.

Robyn nahm jede Abzweigung, die sie sich bei der Glätte und der Kälte zutraute, ohne sich dabei selbst zu verletzen und damit ihr Vorhaben zu vereiteln. Ja, sie war sogar so frei, durch ein offenes Fenster zu rauschen, an der perplexen Familie vorbeizustürmen und durch die Hintertür in den Garten zu sausen, um dort weiter über Hecke und Zaun ihren Weg durch die Stadt zu nehmen. Die kalte Luft brannte in ihrem Hals und ihren Lungen, doch das war ein allzu bekanntes Gefühl, das sie nicht mehr störte. Die Bewegung wärmte und lockerte ihre Arme und Beine, langsam bekam sie auch wieder etwas Gefühl in den behandschuhten Fingern. Nur ihre Nase – die rannte und rannte genauso schnell und energiegeladen wie Robyn selbst. Als das Mädchen den abgelegenen Bereich des Hafens erreicht hatte, in dem sich das Hausboot befand, blieb sie etwas außer Atem stehen und wischte sich mit einem noch unbenutzten Stück Stoff Gesicht und Nase ab. Buäh. Widerlich.

Dieser Sektor des Hafens lag weitgehend in Finsternis. Hier gab es viele private Boote und Yachten, keine Frachtschiffe, deren Ladung auch bei Nacht gelöscht werden musste, um sie anschließend wieder vollzupacken. Robyn war hier schon gewesen, aber kannte das Terrain nicht auswendig. Entsprechend ging sie ab diesem Punkt unbedeutend langsamer, aber immer noch zielstrebig vorwärts. Sie durfte keine Zeit verlieren! Wer wusste schon, ob der Musiker mittlerweile nicht schon grün und blau geschlagen wurde!

Robyn begegnete niemandem und hörte auch keine Menschenseele. Ein paar Ratten, ein paar Vögel, die keinen Schlaf fanden. Das Boot musste doch hier irgendwo sein... Ah! Sie hatte den Steg gefunden und konnte ein unscheinbares Lichtlein in einem der wenigen Boote ausmachen. Okay. Er schien da zu sein – oder hatte einfach nur ein Lichtlein für sein Haustier angelassen, dass Robyn ein, zweimal kurz gesehen hatte. Ein recht ungewöhnliches Tier. Hoffentlich fiel es nicht über sie her, um sein Herrchen zu verteidigen... Uff. Robyn ging in die Hocke, krakelte blind etwas auf eine Seite, das hoffentlich als „Akito wird verprügelt!“ zu entziffern war, und ging dann eilig und ohne sich ein Zögern zu erlauben, zum Boot hinüber. Sie kletterte auf das Boot, schlitterte wieder einmal ein wenig, und öffnete dann die Tür, den beschriebenen Block nervös vor sich haltend. Dämlich wäre es jetzt natürlich, wenn sie das falsche Boot erwischt hätte. Und noch dämlicher wäre es, wenn sie jetzt ein zweiköpfiger Hund anspringen und zerfleischen würde, aber das Risiko musste in Kauf genommen werden, jetzt, da sie schon einmal da war.
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Beitrag© By Akira  Di Jan 24, 2017 1:26 am

Nach dem Geschmack von Akira war es ein viel zu kalter Tag gewesen. Gut, es war Anfang Januar, kurz nach Neujahr, aber dennoch war es viel, viel zu kalt gewesen. Akito hatte heute bereits früh das Boot verlassen um die Tatsache, dass die Menschen um Neujahr rum eher spendabel sind, möglichst lange auszunutzen. Das war für die Zwillinge auch das einzig Gute am diesjährigen Neujahrsfest. An ihrem ersten Neujahrsfest nach der Flucht hatten die Zwillinge noch gefeiert, das war ein besonderer Tag für sie gewesen. Ein schöner Tag. Zu dieser Zeit sahen sie noch mit großer Hoffnung in die Zukunft, dachten sich, dass alles besser werden würde. Und eine Zeit lang war es das sogar. Doch dann würde ihnen das Glück wieder weggenommen und so mussten die beiden erneut auf eine düstere Zukunftsaussicht blicken. Doch wenigstens hatten sie einander… Und inzwischen auch Sakina. Die kleine Wölfin, die inzwischen wirklich groß geworden ist. Ihre treue Gefährtin und in manch kalten Nächten Wärmequelle, ohne die sie womöglich erfroren wären.
Am heutigen Tag verließ Akira nicht das Hausboot, war es doch seine Aufgabe, dieses schön warm zu halten und zu verhindern, dass sie die Nacht über Probleme mit der Temperatur kriegten. Während er also darauf wartete, dass Akito endlich zurückkehren würde, machte er sich daran das Innere des Boots mal wieder auf Vordermann zu bringen. In letzter Zeit hatten sie hier eine ganzschöne Unordnung veranstaltet und mit der Zeit ging ihm das gehörig auf die Nerven. Also nutze er die Zeit dafür, alles wieder sauber zu machen, den Müll zu entsorgen und alles wieder an den rechten Platz zu bringen. Damit war er zwar ein Weilchen beschäftigt, aber auch nicht den ganzen Tag. Als er damit fertig war, hätte er, selbst wenn Akito nicht mal wieder völlig zu spät kommen würde, noch immer einige Stunden Zeit gehabt, die er sich vertreiben müsste. Daher übte er anschließend für eine Weile seine Magie. Er nahm sich ein Stück Metall, das er irgendwo auf der Straße gefunden hatte, und begann es in die verschiedensten Formen zu bringen. Immer wieder musste er dabei feststellen, dass es ihm rätselhafterweise viel mehr Energie abverlangte solch ein Stückchen Metall zu manipulieren, als wenn er das Metall seines Armes dafür nutzen würde. Ob es vielleicht an der Qualität liegt? Immerhin handelte es sich bei dem Metall in seinem Arm und welches der aller höchsten Qualität, während das Stückchen in seiner Hand höchstens als Schrott zu bezeichnen wäre. Eine Weile experimentierte er noch damit herum, gab dem Metall immer neue Formen, ehe er damit aufhörte. Er hatte inzwischen ein ganz gutes Gespür dafür entwickelt, wie viel magische Energie er noch besaß und hatte sich angewöhnt, immer eine Reserve zurückzuhalten, für den Notfall.

Langsam kam die Zeit, in der Akito normalerweise zurückkehren sollte. Aber auch einige Stunden darauf, Akira hatte in der Zwischenzeit ein wenig mit Sakina gespielt, war er noch immer nicht wieder zurück. Langsam machte er sich Sorgen. War es wieder einer von diesen Tagen? Hatte Akito wieder Drogen genommen? Er konnte es nicht genau wissen, aber was sollte es sonst sein? Es konnte nur daran liegen. Jedoch konnte er auch nicht einfach das Boot verlassen, er musste auf ihre Heizquelle achten und dafür sorgen, dass es schön warm blieb.
Plötzlich richtete sich Sakina, die gerade noch am Boden lag, auf. Ihr Fell sträubte sich und sie begann, mit allen beiden Köpfen, zu knurren. Ihren Blick zur Tür folgend, stand auch Akira auf und bereitete bereits die Transformation seines Armes vor, sollte es sich um einen Angreifer handeln. „Wer ist da? Zeig dich!“ Dass im aller nächsten Moment die Tür tatsächlich aufgerissen würde, überraschte ihn doch ziemlich. Glücklicherweise erkannte er noch rechtzeitig, dass es sich nur um ein dürres, rothaariges Mädchen handelte, das wohl keine Bedrohung darstellen würde. Rechtzeitig konnte er Sakina anzeigen, dass sie bleiben sollte wo sie war, ehe er das Mädchen mustern konnte. Sie schien etwa 12-13 Jahre alt zu sein, wobei sie so dürr schien, dass man sie glatt für jünger hätte halten können. Sie hatte rote Haare und irgendwie kam sie Akira bekannt vor, auch wenn er sie nicht so ganz zuordnen konnte. War sie vielleicht eines der Straßenkinder, an denen sie hin und wieder vorbeikamen? Grübelnd betrachtete er sie einen Moment, ehe er bemerkte, dass sie ein Blatt Papier in den Händen hielt, auf dem etwas gekritzelt worden war. „Wer bist du? Und was hast du da? A… Ahiio… Al… Noch bevor er wirklich die Chance hatte zu entziffern, was auf dem Blatt stand, packte ihn das Mädchen auch schon an der Hand und zerrte ihn mit. Erst etwas verwundert, ließ er sich dennoch mitziehen. Irgendetwas an der Art und Weise, wie dieses Mädchen sich verhielt und bewegte gab ihm das Gefühl, dass es etwas Wichtiges war und er ihr unbedingt folgen sollte. Selbst Sakina ließ er in diesem Moment nicht beim Boot warten, sondern erlaubte ihr, ihnen zu folgen. Er hatte ein ganz mieses Gefühl, weshalb er der Rothaarigen versuchte möglichst schnell zu folgen, wodurch die drei immer näher an den Aufenthaltsort von Akito kamen…
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Beitrag© By Akito  Di Jan 24, 2017 2:10 am

Rauschmittel konnten dafür sorgen, dass man die Realität verzerrt wahrnahm. Die Hemmschwelle sank und es war meistens nur eine Frage der Zeit, bis irgendetwas ziemlich dummes passierte.
Glücklicherweise dämpften Alkohol und Drogen auch das Schmerzempfinden. Damit war der Schlag in das Gesicht des Mannes nur halb so schmerzhaft, wie er sich das gedacht hatte. Der Mann strauchelte zurück, hielt sich den Kiefer und stürzte sich dann auf Akito.
Gut, die Motorik liess auch nach. Die Reflexe waren womöglich auch nicht mehr die Besten. Seine Zähne schlugen schmerzhaft aufeinander, als der Kerl ihm einen Kinnhaken verpasste und im nächsten Moment spürte er ein dumpfes Pochen in seiner Magengegend. Ein Schlag, der ihm die Luft raubte. Er krümmte sich keuchend zusammen, stolperte rückwärts, während er nach Luft schnappte. Sternchen tanzten vor seinen Augen.
Er sah halbwegs, wie einer der beiden - mittlerweile konnte er sie nicht mehr unterscheiden - erneut zu einem Schlag ausholte. Also stürzte er einfach auf ihn zu, riss ihn in der schmutzigen Gasse zu Boden. Sie landeten eng umschlungen, fast wie ein leidenschaftliches Liebespaar mit einer Leidenschaft für herausgeschlagene Zähne, auf dem Boden, rangelten, kämpften fluchend und tobend um die Oberhand - welche Akito schliesslich errang.
Seine Fäuste hagelten auf das Gesicht des Kerls unter ihm, der sich mit seinen Unterarmen zu schützen versuchte. Er spürte jemanden an seinem Rücken, spürte wie jemanden an seinen Schultern zerrte - und dann im nächsten Moment trat ihm jemand so heftig ins Gesicht, dass nicht mehr nur Sternchen tanzten. Für einen Augenblick war alles schwarz, als er die Augen aufschlug, drehte sich ihm alles, er wusste nicht wo oben und wo unten war. Er hörte Schritte und Stimmen wie durch einen dichten Nebel. Also schloss er die Augen, versuchte auf zehn zu zählen. Eins. Zwei. Drei. Gott seine Rippen schmerzten. War da etwas gebrochen? Seine Hände zitterten. Der Geschmack von Blut auf der Zunge.
Eins. Zwei. Drei. Vier. Fünf. Sein Magen krampfte sich zusammen. Er musste sich aufrichten. Sonst würde er an seiner eigenen Kotze ...
Er setzte sich auf. Ihm drehte sich noch immer alles. Er beugte sich vor, zog sich an der Wand hoch. Dann erbrach er sich ein weiteres Mal. Alkohol, Brühe, Tee. Zitternd stiess er sich von der Wand ab. Stechende Schmerzen in seinem Kopf, seinen Händen, seiner Magengegend. So viel zum Thema Schmerzdämpfung. Er stolperte gegen die andere Seite der Gasse. Die Leute gingen ihm aus dem Weg.
Da war immer noch Blut in seinem Mund. Hatte er sich gebissen? Die Zähne waren irgendwie alle noch da.
Er lehnte sich mit dem Rücken gegen die wand, liess sich langsam nach unten sinken. Fakt war, dass sein Bruder ihn so nicht sehen durfte. Nicht so. Er wollte den enttäuschten Blick seines Bruders nicht sehen.
Er zog die Knie an seine Brust und vergrub das Gesicht in seinen Armen, während er versuchte langsam und tief durchzuatmen. Versuchte endlich den Schwindel loszuwerden.
Er musste zu einem Brunnen. Musste sich waschen, selbst wenn das Wasser eisig kalt war. Akira durfte ihn so nicht sehen. Als er das nächste Mal aufblickte, konnte er sehen, dass er komplett alleine in der Gasse war. Alle Leute machten einen Bogen drum herum, die Kerle mit denen er sich geprügelt hatte waren weg. Und er sass hier, unfähig sich zu rühren. Alles tat ihm weh und ausserdem liess der Rausch nach. Das Glück ging, liess ihn hier einfach zurück und er spürte deutlich wie das kam, was er nicht ertragen konnte. Am liebsten hätte er hier laut losgeschluchzt, sich den ganzen schlechten Gedanken hingegeben, die auf das Glück folgten.
Er wollte seinen Körper in Bewegung setzen. Zu einem Brunnen. Sich waschen. Zurück zum Boot. Sich neben Akira und Sakina aufs Bett kuscheln. Er wollte stark sein.
Stattdessen sass er hier in dieser Gasse, nass, zitternd und desorientiert. Er hörte Schritte von Rechts, doch er ignorierte sie. Stattdessen legte er die Stirn wieder auf seine Arme und suchte nach seinem Kampfgeist.
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Beitrag© By Robyn Skuggi  Di Jan 24, 2017 10:26 am

Das mit der geschriebenen Nachricht hatte ja nicht so super funktioniert. Vielleicht konnte dieser Akira ja gar nicht lesen und schreiben? War bei Straßenkindern ja auch nicht verwunderlich. Da dachte niemand dran, sie aufzulesen und für ein paar Jahre auf die Schulbank zu setzen und sofern sie Eltern hatten, war das auch ihre letzte Sorge. Die Kids hatte gefälligst mit dafür zu sorgen, dass irgendwie was zu essen auf den Tisch kam! So wurden die Zukunftsaussichten natürlich auch nicht besser... Aber nein, Akira hatte versucht, zu lesen und zu entziffern. Robyn packte den Block in ihre Tasche, ohne noch einmal drauf zu sehen. War in der Dunkelheit eh vergebliche Mühe. Es war aber ziemlich wahrscheinlich, dass ihr blindes Gekrakel vollkommen unleserlich war, weil sie die Striche nicht richtig hatte setzen können. Egal. Weder der junge Mann, noch der zweiköpfige Hund griffen sie an, also wertete sie das als durchaus gutes Zeichen – man erkannte sie nicht als Gefahr. War ihr mehr als recht. Zeit für lange Erklärungen hatte sie allerdings nicht gehabt, also hatte sie einfach die Hand des Jungen gepackt und sich mit ihm und dem Hund im Schlepptau auf den Weg zurück zu Akito gemacht. Gut, dass er das mit sich machen ließ. Wäre er nicht willig gewesen, ständen sie vermutlich immer noch im warmen Boot.

Dieses Mal nahm Robyn weniger Abkürzungen. Sie wusste nicht, wie gelenkig und kletterfähig der Junge oder der Hund waren. Dafür beeilte sie sich umso mehr, durch die Straßen zu stürmen. Hier eine Straße lang, da abbiegen, dort durch einen Garten... Der Weg fühlte sich endlos an. Dass ihr Gespann von einigen Passanten – die Hauptstraßen war auch zu dieser späten Stunde noch recht gut besucht – verwundert betrachtet und kommentiert wurde, ignorierte sie weitgehend. Nur einmal, als eine Gruppe Frauen sie von weitem erblicken konnte und sie sich alle für so geil hielten, dass sie über Missgeburten und Straßenabfall – damit waren sie Kinder gemeint – lustig machen mussten, steuerte Robyn genau auf sie zu. Sie ließ Akiras Hand einen Moment lang los, ließ ihn unerwartet stehen. Dann sprengte sie die Frauengruppe, versengte ihre geschickten, vom Rennen aufgewärmten Finger in ihren Taschen, und zog mit noch unbekannter Beute von dannen. Alles war sofort in ihrer eigenen Tasche verschwunden, die Damen waren zu geschockt und vom plötzlich herbeispringenden zweiköpfigen Hund zu aufgeschreckt und panisch, um direkt ihren Verlust zu bemerken.

Naaa, das war doch gar nicht geplant gewesen! Robyn ärgerte sich. Sie mussten doch Akito auflesen! Mit schuldbewussten Blick, dass sie den mittlerweile vermutlich blutend am Boden liegenden Musiker kurz in ihrer Prioritätenliste nach unten gesetzt hatte, schnappte sie sich wieder Akiras Hand und zog ihn weiter. Sie mussten doch bald da sein...!

„Bei Ihnen alles gut?“ Ein Mann knackte mit seinem Kiefer. „Nicht so sicher. Ich geh gleich morgen zum Arzt. Vielen Dank für Ihre Hilfe, Mann. Scheiße, der Knirps hat sich echt zu viel reingedröhnt.“
Einige Straßen weiter gelangte dieses Gespräch zweier Männer an ihre Ohren. Sie waren praktisch direkt vor der Gasse, in der Akito die Prügelei angezettelt hatte. Und ja, sie erkannte die Stimmen – das waren die Männer, mit denen er sich angelegt hatte. Es war also schon vorbei. Wobei ‚schon‘ ja relativ war, es dauerte schon eine Weile, quer durch die Stadt zum Hafen und dann den längeren Weg wieder zurück zu rennen. Okay. Schadensbegrenzung. Immerhin würden sie dafür sorgen können, dass Akito nicht auf der kalten Straße pennte und sich den Kältetod holte, oder?

Sie traten in die Gasse. Menschen schnaubten verächtlich oder gaben sich ignorant, wie immer. Da saß er an der Wand. Ein jämmerliches Häufchen Elend. Robyn brauchte gar nicht erst auf ihn zu zeigen, da stürmte die Hündin auch schon an ihr vorbei und auf den Jungen zu, um nach ihm zu sehen. Sie ließ Akiras Hand los. Hm. Konnte sie noch irgendetwas tun, um zu helfen? Mal sehen, wo waren sie hier... Robyn orientierte sich kurz und war dann auch schon wieder auf den Socken. Sie suchte sich die Hintertür eines relativ feinen Pubs. Sie schlich hinein, ab in die kleine Küche, vorerst unbemerkt von den Angestellten. Mit solchen Aktionen hatte sie ausreichend Erfahrung. Sie schnappte sich einen leeren Kochtopf und schöpfte das hinein, was sie nach einer kurzen Kostprobe als noch warm dampfendes, unbenutztes Wasser erkannte, das verlockend einsam in einem noch größeren Topf auf einer Küchenplatte stand. Der Koch dieses ach so feinen Etablissements war gerade zum Glück auf der anderen Seite der Küche beschäftigt und Robyn betont leise. Sie schnappte sich noch ein paar verzehrgeeignete Kochressourcen und schleppte dann den schweren Topf wieder nach draußen, zurück in die Gasse. Gerade rechtzeitig, denn als sie draußen vor dem Küchenfenster stand, konnte sie den Koch verwundert feststellen hören, dass einer seiner Töpfe fehlte. Uff, schnell weg! Hoffentlich waren die Zwillinge noch nicht abgehauen, so lange hatte sie ja nicht gebraucht. Und wenn doch... dann hatte sie immerhin warmes Wasser für eine spontane Wäsche. Hatte auch was für sich.
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Beitrag© By Akira  Di Jan 24, 2017 9:11 pm

Mehr oder weniger ohne Gegenwehr ließ sich Akira von dem jungen Mädchen mitziehen, stolperte dabei relativ unbeholfen hinter ihr her. Warum nur vertraute er ihr so sehr, dass er ihr einfach so folgte? Er wusste es nicht genau, doch ein Gefühl sagte ihm, dass er es bereuen würde, wenn er es nicht täte. Im Nachhinein könnte man vielleicht spekulieren, dass es sich um die sagenumwobene Verbindung zwischen Zwillingen handelte, durch die sie immer wissen, wenn der andere in Problemen steckte… Doch zu diesem Zeitpunkt hatte Akira keine Ahnung was los war und ließ sich darum einfach nur rätselnd mitziehen. Dass das eher ungewöhnliche Dreiergespann eher viele Blicke auf sich zog störte ihn dabei wenig, war er doch eher darauf bedacht das rothaarige Mädchen im Schein der Straßenbeleuchtung genauer zu betrachten. Ursprünglich dachte er, dass sie sehr viel jünger wäre als er, doch nun erkannte er, dass es sich höchstens um ein paar wenige Jahre handeln konnte. Und nun wurde ihm erst so recht bewusst, dass sie ihn an der Hand hielt und er ja mit ihr gesprochen hatte. Sein Gesicht nahm eine rote Färbung, die man in dem Laternenlicht glücklicherweise kaum erkennen konnte, an. „U… Un… We… Bi… Bi…“ Die Versuche, die Rothaarige zu fragen, wer sie war und wohin sie gehen scheiterten nun natürlich kläglich. Daher hielt Akira einfach seine Klappe und folgte ihr, sich dabei hin und wieder umsehend ob Sakina noch bei ihnen war. Sie liefen durch die verschiedensten Straßen und an den verschiedensten Leuten vorbei, die so ziemlich alle blöd schauten, aber bis auf eine Gruppe besonders hochnäsiger Frauen hielten sich alle mit Worten zurück. Und diese Worte erhielt die Frauengruppe auch gleich gerächt, als das junge Mädchen in die Gruppe hineinlief und, wie Akira, der wusste, worauf man achten musste, bemerkte, sich in den Taschen der Frauen bediente. Wenige Momente darauf packte sie ihn auch schon wieder an der Hand und er hatte kaum die Gelegenheit ihr mit einem nach oben gerichteten Daumen seine Zustimmung zu zeigen, ehe sie ihn wieder mit sich zog.

Wenige Straßen weiter, liefen sie an zwei Männern vorbei, deren Unterhaltung Akira bereits erahnen ließ, was passiert war. Und tatsächlich, in der Seitengasse entdeckte er seinen Bruder, nach Blut und Erbrochenem, sowie Alkohol und Rauch riechend. Kurz sah es so aus, als würde sich ein unbändiger Zorn in dem Schwarzhaarigen aufbauen, doch nach einem tiefen Seufzer schien dieser verflogen und ein eher kalter Ausdruck trat in seine Augen. Einen Funken Sorge konnte man in ihnen jedoch noch entdecken und so stellte er sich, mit vor der Brust verschränkten Armen, vor seinem Bruder auf. „Soso, wen haben wir hier? Den Herrn Tunichtgut, unsern Meistermusiker. Hast du mal wieder alles was du verdient hast versoffen und verschnupft? Und weil es nicht genug war wolltest du noch irgendeinem Kerl sein Geld abnehmen? Du enttäuschst mich Akito, du enttäuschst mich sehr. Hattest du mir nicht versprochen, du würdest endlich clean werden?“ Nachdem er seinem ersten Unmut Luft gemacht hatte, seufzte Akira erneut und nun war sein Blick erfüllt von der Sorge und dem Mitgefühl für seinen Bruder. Dies war einer der wenigen Momente, in denen Akira die Überhand über seinen Bruder hatte, jedoch gefiel ihm das ganz und gar nicht. „Komm, bringen wir dich erstmal hier weg und machen dich sauber. Du stinkst tierisch, selbst Sakina kann den Geruch kaum ertragen. Und danach verarzten und wärmen wir dich. Du gibst echt ein armseliges Bild ab.“ Mit diesen Worten wollte er gerade nach dem Arm seines Bruders greifen um ihn hochzuziehen, wobei es ihm egal gewesen wäre, ob er ihm damit mehr weh tut, solange er ihn nicht weiter verletzt. Jedoch kommt in diesem Moment die Rothaarige, deren Verschwinden Akira gar nicht bemerkt hatte, mit einem Topf warmen Wassers wieder. Da ihm das Sprechen ihr gegenüber ja… Sagen wir schwer fiel, versuchte er sie mit Handgesten zu fragen, ob das Wasser für sie sei und bedankte sich schon mal im Voraus.
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Beitrag© By Akito  Di Jan 24, 2017 10:04 pm

Vermutlich hätte er die ganze Nacht noch da gesessen und es einfach nicht hingekriegt aufzustehen, sich zu waschen und zurück zum Boot zu gehen. Diese Erkenntnis hatte ihn nur noch mehr an diese kalte Gasse gebunden. Er wollte seinem Bruder nicht so gegenüber treten. Nie und nimmer hätte er den enttäuschten Gesichtsausdruck ertragen. Sein Selbsthass brodelte in ihm hoch. Warum hatte er sich wieder hinreissen lassen? Warum war er so verdammt schwach gewesen? Wenn er hier sitzen blieb, würde er erfrieren und dann würde Akira alleine sein. Und Akira würde ihm dies noch weniger verzeihen, als wenn er jetzt aufstand und ihm zeigte, dass er erneut gefallen war. Dass er sich wieder nicht im Griff gehabt hatte.
Doch er ahnte, dass es dazu nun irgendwie zu spät war, als zwei feuchte Hundeschnauzen an seinen Ohren schnüffelten, ihn anstupsten und als er den Blick hob, mit zwei Zungen über sein Gesicht leckten. Er kannte nur einen einzigen zweiköpfigen Wolf. Und dieser zweiköpfige Wolf kam selten alleine. Müde hob er die Hände und schob Sakina sanft von sich weg. Im nächsten Moment bereute er es, als sich ein Beinpaar in sein Blickfeld schob und er die Stimme seines Bruders hörte. Jedes Wort war wie eine Ohrfeige, jedes Wort gab ihm einen neuen Stich ins Herz. Er traute sich nicht hoch zu schauen, starrte stattdessen zur Seite, betrachtete einen Papierfetzen, der halb in der Versenkung steckte, während Akira ihn tadelte.
"Du enttäuschst mich Akito, du enttäuschst mich sehr. Hattest du mir nicht versprochen, du würdest endlich clean werden?“
Er ballte die Hände zu Fäusten, fand beinahe genug Kraft sich aufzustemmen und Akira anzubrüllen. Versuch du mal clean zu werden, du kleiner Bastard! Versuch mal ... Aber er wusste, dass Akira recht hatte. Er war schon immer eine Enttäuschung gewesen. Damals für seinen Vater, nun für seinen Bruder. Er hatte die Schelte verdient. Und einmal mehr nahm er sich vor, die Finger von den Drogen zu lassen. Wenn nicht für sich selbst, dann für Akira.
Erst als sein Bruder nicht mehr tadelnd sondern besorgt klang traute Akito sich den Blick zu heben und sich aufhelfen zu lassen, doch da tauchte auf einmal ein Mädchen auf. Stumm beobachtete er, wie sie einen Topf mit sich rumschleppte. Dampf stieg davon auf, weshalb er davon ausgehen konnte, dass darin irgendetwas Warmes war.
Akito runzelte leicht die Stirn. Wer war sie? Sie kam ihm irgendwie bekannt vor, so als hätte er sie schon einmal irgendwo gesehen aber ihr zu wenig Beachtung geschenkt.
"Wer ist sie?", murmelte er leise, als er sich nun selbst langsam an der Wand hochzog. Sofort atmete er die Luft zischend ein und krümmte sich wieder leicht. Seine Rippen schmerzten viel zu sehr. War er einmal einen Tag weg und Akira hatte eine Freundin? Pfs ...
"Ist schon gut, Akira ... I-ich komm klar ...", sagte er weiter. "Mir gehts prima. Die paar Tritte ..." Er krümmte sich wieder und lehnte sich mit dem ganzen Körper gegen die Wand, weil er sonst wohl einfach umgekippt wäre.
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Beitrag© By Robyn Skuggi  Mi Jan 25, 2017 10:48 am

Wie es aussah, war Robyn gerade rechtzeitig zurückgekommen. Eine gewisse Aufbruchsstimmung lag in der Luft, die aber hauptsächlich von Akira ausging. Akito selbst sah eher so aus, als könne er sich auf der Stelle wieder auf den Boden legen und dort weiter leiden. Aaah, die Nase die Nase die Naaaseeee...! Robyn drückte Akira den Topf mit dem heißen Wasser in die Hand, bevor sie sich um 180 Grad drehte und gehörig niesen musste. Iiirk, schon wieder. Das ganze Rennen hatte ihre Nase nur noch mehr angespornt. Ein Wunder, dass sie in der Küche gerade nicht die Schürze des Kochs vollgerotzt hatte. Robyn zog das zum Taschentuch umfunktionierte Stück Stoff aus der Tasche, machte sich Gesicht und Nase sauber und wandte sich mit einem leidvollen Schniefen zurück zu den Brüdern. Und erstarrte.

Natürlich hatte sie gewusst, dass die beiden Zwillinge waren, schließlich hatte sie die beiden schon zusammen gesehen. Eineiige Zwillinge, anders als sie und Bran es gewesen waren. Sie glichen sich bis aufs Haar, mal von den momentan weit unterschiedlichen Körperhaltungen und Schmerzensstufen, die man im Gesicht ablesen konnte, abgesehen. Sie war ihnen aber noch nie so nahe gewesen, hatte noch nie Angesicht zu Angesicht mit den Brüdern gestanden. Tränen schossen Robyn in die Augen, obwohl sie nicht direkt sagen konnte, warum. Und sie wollte auch nicht weiter darüber nachdenken, denn sie befürchtete, dann nicht mehr so schnell aufhören können, zu weinen und zu schluchzen. ‚Reiß dich zusammen!‘ Hier ging es nicht um sie, sondern um Akito. Den nach Alkohol, Rauch und Kotze stinkenden Akito, der zwar offensichtlich nicht bemuttert werden wollte, es aber doch dringend nötig hatte.

Robyn schluckte den Kloß herunter, der sich in ihrem Hals zu bilden begann, wischte die Tränen aus ihren Augen, nur damit sie von frischen Tränen ersetzt wurden. Taubenmist. Sie zog noch ein unbenutztes Stück Stoff aus ihrer ziemlich voll und fett gewordenen Tasche. Das Gewicht, das an ihrem Körper zog, verbreitete ein gutes Gefühl in ihr. Und klar hatte sie viele Stofffetzen dabei – bei ihrer Erkältung war es töricht, ohne einen anständigen Vorrat unterwegs zu sein.

Einen Moment zögerte sie. Sollte sie den Lappen an Akira geben, damit er Akitos Gesicht sauber machte und zumindest für eine kurze Zeit etwas wärmte? War es dem Musiker überhaupt recht, von seinem Bruder in diesem erniedrigenden Zustand abgewischt zu werden wie ein kleines Kind? Vermutlich wäre es ihm aber auch nicht rechter, von einem wildfremden Mädel im Gesicht rumgefummelt zu bekommen. Egal. Robyn hatte den Stoff, Akira hielt gerade noch den Topf in den Händen. Im schlimmsten Fall wäre sie eben sofort wieder weg. Also tunkte sie das Tuch in das warme Wasser, wrang es ein wenig aus, damit es nicht komplett triefte, und stellte sich direkt vor Akito. Er wirkte so, als würde er wirklich jeden Moment wieder umkippen. Warum quälte sich der Depp überhaupt so in die Höhe, wenn ihm doch offensichtlich so vieles wehtat? Robyn hob den Arm und begann – vielleicht zur Überraschung der Jungen? – Akitos Gesicht mit dem warmnassen Lappen sauber zu wischen. Blut, Dreck und Erbrochenes klebten in seinem Gesicht. Einmal hielt Robyn kurz inne, sah mit größer werdenden Augen zu ihm hoch. Ooh! Erst jetzt wurde ihr langsam klar, dass sie dem Musiker, dessen unterschwellig mal traurige, mal wütende Vorstellungen sie so gerne lauschte, näher war, als sie es sich je vorgestellt hatte. Ein leichtes, begeistertes Lächeln schlich sich auf ihr vorher noch von Tränen dominiertes Gesicht. Sollte er sie doch gleich verärgert oder entnervt fortjagen. Es wäre ihr so schnuppe!
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Beitrag© By Akira  Mi Jan 25, 2017 4:09 pm

Natürlich hörte Akira die leise Frage seines Bruders und schüttelte als Antwort leicht seinen Kopf. „Keine Ahnung, ich kenne sie nicht. Aber sie hat mich zu dir geführt. Du solltest ihr also dankbar sein.“ Kurz war er seinem Bruder einen strengen Blick zu und hielt im nächsten Moment bereits den dampfenden Topf in seinen Händen, als die Rothaarige ihn in seine Hände drückte um sich die Nase zu putzen. Erkältet, hm? Das arme Mädchen Während sie also mit ihrer Nase beschäftigt war, blickte Akira nochmal zu seinem Bruder. „Prima, hm? Wenn ich jetzt die Hände frei hätte und dich an den Seiten kitzeln würde, würdest du wie gewöhnlich vor Lachen zusammenbrechen oder doch eher vor unglaublichen Schmerzen? Du kannst mir nichts vor machen Brüderchen.“ In dem Moment schien die Nase des Mädchens wieder frei zu sein, jedenfalls hörte Akira kein Schnäuzen mehr aus ihrer Richtung. Also blickte er wieder in ihre Richtung und entdeckte da… Sind das… Tränen? Aber warum sollte sie weinen? Hat sie Schmerzen wegen der Erkältung? Er war sich nicht ganz sicher, ob das wirklich Tränen waren, die er da sah und im nächsten Moment stand sie auch schon vor ihm und zog ein weiteres Stück Stoff aus der Tasche, in der Vorhin auch ihr Diebesgut verschwunden war, heraus. Musste sie sich etwa wieder die Nase putzen? Nein, sie tunkte es in den Topf warmes Wasser und wringte es wieder aus. In diesem Moment dachte er sich schon, was sie vorhatte, blickte sie aber dennoch fragend an. „Wa… We… Ha…“ Sämtliche Versuche sie jetzt zu fragen, was genau sie vorhatte schlugen kläglich fehl und da er auch keine freien Hände hatte, konnte er auch nicht mit Gesten arbeiten. Jedoch vertraute er mehr oder weniger darauf, dass sie den beiden nichts Böses wollte. Ansonsten hätte sie Akira mit Sicherheit nicht zu seinem Bruder geführt. Und hätte sie das nicht getan… Wer weiß was passiert wäre. Womöglich wäre er erfroren, bevor Akira ihn hätte finden können, selbst mit der Hilfe von Sakina. Diese saß nun ein wenig schräg hinter Akira in der Gasse und betrachtete die Rothaarige sowie Akito mit zwei schräg gelegten Köpfen, was urkomisch aussah, aus vier neugierigen Augen. Jedenfalls versuchte er, obwohl er nicht herausfinden konnte, was genau sie tun wollte, gerade nicht sie aufzuhalten. Was könnte sie mit einem Stück Stoff das in warmes Wasser getunkt wurde auch schon großartig anstellen? Außer das Gesicht von Akito zu putzen, was sie auch tat. Es war schon ein wenig überraschen für Akira, dass sie sowas tat, aber es war gerade wohl auf jeden Fall das Beste, was sie seinem Bruder tun konnten. „Hast du es nicht gut? Ein hübsches Mädchen wäscht dir dein Gesicht mit warmen Wasser. Ich hätte dir das warme Wasser wahrscheinlich einfach nur über den Kopf geschüttet.“ Sarkasmus. Definitiv eine der schlechteren Eigenschaften, die Akira mit der Zeit von seinem Bruder übernommen hatte und die er in diesem Moment einfach nicht unterdrücken konnte.
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Beitrag© By Akito  Mi Jan 25, 2017 10:12 pm

Stumm und von seinem Bruder dezent genervt, beobachtete Akito die Szenerie. Er wusste weder was er sagen, noch was er tun sollte. Es war irgendwie einfach alles ... seltsam. Und der Umstand, dass es ihm tatsächlich auch schlicht an Kraft fehlte irgendetwas auf Akiras dämlichen Kommentar zu antworten, zeigte bereits, wie dreckig es ihm wirklich ging.
Auf jeden Fall blieb sein Blick fürs erste auf der Rothaarigen, selbst als diese ein kurzes Rotzkonzert von sich gab und sich dann wieder zu ihnen umdrehte. Die Kleine hatte wohl so heftig niesen und schnäuzen müssen, dass ihr Tränen in den Augen standen. War wohl recht erkältet die Kleine. Fast hatte er ein wenig Mitleid mit ihr, auch wenn sein Misstrauen noch immer da war. Trotzdem, Akira hatte wohl erneut Recht. Wenn sie es gewesen war, die seinen Bruder hierher gebracht hatte, dann musste er ihr wohl oder übel dankbar sein, auch wenn er sie gleichzeitig dafür verfluchen konnte, weil so ihretwegen sein perfekter Plan gescheitert war, dass Akira nicht mitkriegen würde, dass er noch immer schnupfte.
Schliesslich kam das Mädchen näher. Sie gab sich einen Ruck und tauchte ein Tuch in den Topf. Wie Akito nun erkennen konnte, war darin bloss warmes Wasser und er ahnte schon, was sie vorhatte. Nach wie vor rührte er sich nicht, teils einfach zu erschöpft um etwas dagegen zu tun, teils auch neugierig, ob die Kleine sich tatsächlich traute ihm nah genug zu kommen.
Während Akira wieder einmal im Stakkato irgendetwas vor sich her stotterte, weil diese fremde Person nun ... Naja, sie war ein Mädchen. Und sowas stresste Akira ungemein. Also von ihm hatte er das nicht...
Zu seiner Überraschung trat die Rothaarige tatsächlich zu ihm und begann ihm das Gesicht zu putzen. Dieser Umstand verdatterte den jungen Mann so sehr, dass er einfach still hielt. Er hatte eher erwartet, dass sie ihm das Tuch reichen würde. Aber stattdessen begann sie ihn fein säuberlich zu waschen, was irgendwie etwas peinlich und irgendwie auch voll lieb war, sodass er sie einfach nur irritiert anstarrte. Als sie die Augen einmal hob, begegneten sich ihre Blicke - und Akito war schlagartig noch irritierter als zuvor. Las er da Begeisterung aus ihren Augen? Tatsächlich, hatte sie zuvor noch ausgesehen als würde sie gleich losheulen, so zierte nun ein Lächeln ihr Gesicht und er fragte sich, woran es liegen könnte. Aber leider war von ihnen beiden Akira derjenige mit der besseren Menschenkenntnis und somit blieb es Akito ein Rätsel, worüber sich das Mädchen so freute.
Das warme Wasser schmerzte auf seiner malträtierten Wange, die Wärme an sich war zwar angenehm aber leider war es hier so kalt, dass es bald abkühlte.
Jedes Mal, wenn die Kleine ein neues Tuch ins Wasser legte, es auswrang und damit zu ihm kam, wollte er die Hand heben, doch jedes Mal fehlte ihm einfach die Kraft dazu. Schliesslich schien sie zufrieden zu sein, denn bis auf die Schramme, welche der Tritt auf seinem Gesicht hinterlassen hatte, sah er wieder ganz annehmbar aus. Die Kleine hatte währenddessen kein Wort gesagt, ihn nur mit diesem leichten Lächeln und den grossen Augen angesehen, als fände sie es richtig toll, dass sie ihn putzen durfte.
Als sie nach seinen Händen griff, um die zu untersuchen, kam endlich Leben in Akito. Er klemmte sich die Hände sofort unter die Achseln und schüttelte den Kopf. Er trug nur fingerlose Handschuhe, wodurch man Teile der Narben an seiner linken Hand sehen konnte und wenn sie ihm die Handschuhe auszog, dann ... Nein. Das durfte sie nicht sehen.
"Danke aber das reicht jetzt", murmelte er. Er warf einen Blick zu Akira. "Lass uns nach Hause gehen ... I-ich brauch noch die Violine .. Sie ist am Bahnhof..."
Er richtete sich wieder ganz auf und kramte in seiner rechten Manteltasche nach der Tüte mit den Brötchen. es waren sechs Stück. Die Kleine sah nicht aus, als würde sie ... nun ... irgendwie ein Zuhause haben.
"Die sind für euch. Deine Hälfte des Geldes ist im Koffer, Akira ..." Er hielt den beiden die Brottüte entgegen, während seine linke Hand in der Manteltasche verschwand.
"Wie ist dein Name, Kleine? Hast du ... Hast du ein Zuhause?"
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Beitrag© By Robyn Skuggi  Do Jan 26, 2017 8:44 am

Er wehrte und beschwerte sich nicht! Das veranlasste Robyn nur dazu, noch munterer und genauer zu putzen, um auch jedes kleinste Sandkörnchen von der Straße aus seinem Gesicht zu wischen, das daran klebte. Er wirkte etwas überrumpelt, aber das wäre Robyn vermutlich auch, wenn sie wer Wildfremdes auf offener Straße anfangen würde zu betatschen. Ihre Laune steigerte sich soweit, dass sie vermutlich angefangen hätte zu summen, wenn ihre Stimmbänder nicht seit drei Jahren streiken würden. Robyn wusste nicht warum, aber meistens bekam sie keine Vibration ihrer Stimmbänder zustande, was summen und verständlich reden ziemlich unmöglich machte. Sie konnte herzergreifend schluchzen, manchmal lauthals lachen oder einen ohrenbetäubenden Schrei ausstoßen. Lachen war damit das einzig Schöne, was sie derzeit mit ihrer Stimme hinbekam. Vermutlich hatte das einen psychischen Grund, hatte ihr einmal die Ärztin erzählt, die sie aufgepäppelt hatte. Denn körperlich war mit ihr alles relativ in Ordnung. Sei’s drum, dann begnügte sich Robyn eben damit, vergnügt auf und ab zu wippen.

Währenddessen hörte sie Akira zu. Er war wirklich etwas eigenartig. Mit seinem Bruder konnte er ja offensichtlich ganz normal sprechen und schön verbal eine reinhauen, wie es sich nach so einer bescheuerten Aktion gehörte. Mit ihr allerdings... die einzige Worte, die er ihr gegenüber zustande gebracht hatte, war das überraschte „Wer bist du?“, als sie ihn im Boot überrascht hatte. Seitdem stotterte und stammelte er wie ein Weltmeister, wenn er ihr etwas sagen wollte. Warum denn nur? War irgendetwas seltsam an ihr?

Als Robyn mit dem Gesicht fertig war, wollte sie sich Akitos Hände ansehen. Wenn sie schon einmal dabei war, konnte sie ihn auch gründlich abchecken. Außerdem musste sie unbedingt wissen, ob er sich an den Händen ernsthaft verletzt hatte und deshalb erst einmal nicht mehr spielen konnte. Es wäre ein riesengroßes Unglück! Aber er wollte nicht. Robyn legte den Kopf fragend und verwundert schief, als Akito die Hände unter seine Achseln steckte. Waren sie ihm zu kalt geworden? Etwas enttäuscht ließ Robyn den Lappen sinken, trat dann aber ein paar Schritte zur Seite. Ihre Arbeit war damit wohl erst einmal getan, oder? Sie besah sich das nasse, jetzt dreckige Tuch und befand es für noch wiederverwertbar. Auf der Straße sollte man nicht allzu wählerisch sein. Sie würde es nur ein wenig waschen müssen und dann wäre es ein ideales Rotztuch. Also packte sie es in ein kleines Seitentäschchen ihrer Tasche und wandte sich in der Bewegung schon halb dem Weggehen zu, als sie das wunderschöne Wort „Violine“ vernahm.

Sofort wirbelte sie wieder herum. Begeistert starrte sie zu Akito hoch, ignorierte trotz zu knurren beginnenden Magens die Tüte, in der offensichtlich etwas zu essen sein musste, und begann dann Luftvioline zu spielen und sich in der Gasse umher zu tanzen. Die Passanten, von denen sie bisher ignoriert worden waren, lächelten teilweise vergnügt, als sie Robyn geschickt zwischen den Menschen hin und her wirbeln sahen, während sie authentisch eine Violine zu spielen schien – nur dass sie eben gar keine in der Hand hielt. Sie tat so, als würde sie eines der Lieder spielen, die Akito ab und an vorführte. Sie kannte jede Note, hatte sich jede von Akitos Handbewegungen eingeprägt. Das machte sie ein paar Minuten, spielte das ganze Stück durch, passte ihren Tanz an den Rhythmus und die Melodie des Liedes an, die gerade nur sie hören konnte. Dann war es zu Ende. Spielerisch machte sie in der Gasse einen tadellosen Knicks, bekam doch tatsächlich ein bisschen Geld in die Hand gedrückt, und wandte sich dann freudestrahlend wieder an die Zwillinge. Sie sprang vergnügt auf und ab, langte dann doch im Sprung nach der Tüte, um sich ein Brötchen daraus zu angeln. Herzhaft biss sie hinein, die Fragen, die sich wohl beide Brüder stellten, immer noch nicht beantwortend. Dazu müsste sie ja auch auf ihren Block schreiben und das war gerade viel zu mühselig.

Es war unwahrscheinlich, dass Akito zu dieser späten Stunde und in seinem Zustand irgendetwas auf der Violine würde spielen können, aber zu gerne wollte Robyn einmal das Instrument halten. Als Kind zu Hause hatte sie unter anderem auch auf einer Violine spielen können, doch hier in Hargeon war ihr das Spielen auf Instrumenten meistens nur möglich, wenn sie in ein Musikfachgeschäft einbrach und dann Geistergeschichten damit auslöste. Der Spaß war damit natürlich zeitlich extrem begrenzt, denn irgendwann begannen Leute vor und im betroffenen Geschäft zu campen, um den „Geist“ zu erwischen. Aber vielleicht durfte sie diese Violine ja wenigstens anfassen?
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Beitrag© By Akira  Fr Jan 27, 2017 8:57 pm

Mit verschränkten Armen beobachtete Akira nun, wie die Rothaarige das Gesicht seines Bruders reinigte… Oder eher malträtierte? Denn teilweise verzog er dabei ordentlich das Gesicht vor Schmerz. Naja, kein Wunder, wird er wohl auch dort einige Treffer eingesteckt haben müssen. War er aber auch selbst schuld dran. Als sie dann jedoch nach seinen Händen griff, wollte der Schwarzhaarige dennoch direkt eingreifen, wusste er doch, wie wenig es Akito mochte, wenn andere seine Narben sahen. Jedoch war dieser schneller und hatte ihr seine Hände bereits entzogen und unter seine Achseln gesteckt. Und kurz darauf war Akito schon wieder in seiner „starker Mann“ Rolle vertieft, in der er ja kein Leid oder Schmerz zeigen durfte. Das ging Akira manchmal schon auf die Nerven und so konnte er nur leicht seufzen und den Kopf schütteln. „Danke.“ Dieser kurze Satz war es, den er aufrichtig sprach, als sein Bruder ihm die Brötchen reichte. Schnell nahm er eines heraus und steckte es in den Mund, als auch schon die Sprache auf das Geld kam. Seine Hälfte, ja? So wie Akira sich selbst kannte, würde er die Hälfte davon auch wieder für seinen Bruder ausgeben. Aber das störte ihn nicht. Auch dass Akito die andere Hälfte verprasst hatte störte ihn wenig. Dass er das Geld nutzt, um sich selbst kaputt zu machen, das war es, war den Schwarzhaarigen so sehr schmerzte und ihn wünschen ließ, er könne irgendwas dagegen unternehmen. In seine Gedanken versunken merkte er erst gar nicht, wie die Rothaarige anfing sich im Kreis zu drehen und auf einer Luftvioline zu spielen. Interessiert beobachtete Akira das Geschehen und schloss aus ihren Handbewegungen, dass sie mit Sicherheit schon mal eine Violine in der Hand und auf ihr spielen gelernt hatte. Wie sonst könnte sie diese Handgriffe so präzise ausführen? Jedoch sah sie so aus, als würde sie genauso wie die beiden auf der Straße leben. War sie etwa auch weggelaufen? War sie wie die beiden? Schließlich war die Vorführung vorbei und Akira hatte auch nichts dagegen, dass sich das Mädchen noch ein Brötchen schnappte nachdem sie ein paar Münzen von den Passanten einkassiert hatte. Ihre Vorführung war wirklich gut und außerdem hatte sie Akito gerettet, da waren ein oder zwei Brötchen für sie mehr als drin. Dazu schien sie mehr als begeistert von der Vorstellung zu sein, die Violine seines Bruders sehen zu können. War sie… Vielleicht ein Fan von Akito? In diesem Moment kam es ihm ein wenig suspekt vor, dass sie gewusst hatte, dass Akito sein Bruder war und überhaupt, dass sie wusste wo sie ihn finden konnte. Außerdem hatte sie auf die Frage seines Bruders nicht geantwortet oder überhaupt ein Wort gesagt, seit er sie getroffen hatte.
Ein wirklich sehr merkwürdiges und rätselhaftes Mädchen war sie, doch Akira hatte nicht das Gefühl, als müssten sie ihr misstrauen. Und so beugte er sich zu Akito und flüsterte in sein Ohr „Hey, ich glaube nicht, dass sie irgendeine Art von Zuhause hat. Wollen… Wollen wir sie vielleicht als Dank für ihre Hilfe heute Nacht bei uns übernachten lassen? Ich habe nicht das Gefühl, dass sie uns etwas Böses will. Sie scheint viel mehr geradezu begeistert von deiner Violine zu sein.“
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Beitrag© By Akito  Sa Jan 28, 2017 6:58 am

Wie er so an der Wand lehnte, merkte er, dass ihm die schmerzenden Rippen das Atmen ziemlich erschwerten. Jeder Atemzug verursachte ihm ein schmerzhaftes Stecken in der Seite. Er würde wohl auf die Hilfe seines Bruders angewiesen sein. Und langsam begann er richtig zu frieren.
Wie so oft nach dem Rauschzustand, wenn der Kick vorbei war, fiel man in ein tiefes Loch. Ein emotionaler Zustand, der gewissermassen ebenfalls ein Rauschzustand war, nur ein deutlich schlechterer. Ein abhängiger Drogenkonsument konnte sich diesem Zustand kaum bis gar nicht erwehren und so erging es nun auch Akito. Ihm war nach heulen zumute. Gewissensbisse plagten ihn. Was wäre passiert wenn ... Wenn man ihn richtig verprügelt hätte. Wenn Akira ihn hier nicht gefunden hätte. Wenn wenn wenn ... Die Angst kroch in ihm hoch. Was wäre wenn er wieder zu den Drogen greifen würde? Die Angst schnürte ihm die Kehle zu, wusste er doch, dass er früher oder später wieder das weisse Pulver vor sich haben würde, das ihn für kurze Zeit fliegen liess. Ihn die Sorgen vergessen liess, die ihn Tag und Nacht plagten. Er wollte es nicht. Aber sein Körper verlangte danach, wie er nach Nahrung und Schlaf verlangte. Es war etwas, was er Akira fast nicht begreiflich machen konnte und dessen Vorwürfe machten alles nur noch schlimmer. Er brauchte Hilfe. Das stand ihm in diesem Moment so klar vor Augen und trotzdem wusste er, dass er keine Hilfe annehmen würde. Selbst wenn man ihm die Hilfe anbot, würde er sie bestenfalls übersehen.
Am liebsten hätte er sich hier in dieser Gasse zusammengekugelt und den Rest der Welt ignoriert, eingemauert in sein eigenes kleines Zimmerchen, sein Kokon, der ihn vor der Aussenwelt schützte. Nur wollte er nicht alleine in diesem Kokon sein. Alleine sein war doof, er mochte es nicht.
Er schaute kurz zu Akira. Er musste kämpfen. Wenn nicht für sich selbst, dann für ihn. Langsam schob er sich noch etwas höher an der Wand, stand beinahe gerade, als das Mädchen seine Aufmerksamkeit auf sich zog. Sie tat etwas ausgesprochen merkwürdiges. Sie ignorierte alle seine Frage, jedes seiner Worte und spielte stattdessen Violine. Natürlich nicht wirklich aber ihre Handgriffe waren perfekt. Ihr waren die dummen Blicke egal, die Skepsis, die sich allmählich in leichte Begeisterung wandelte, als sie zwischen den Passanten hindurch tanzte.
Es war ein merkwürdig bezaubernder Anblick, der ihm ein leichtes Lächeln auf das Gesicht zauberte. Er wünschte sich, er hätte sich etwas von ihrer Fröhlichkeit abschneiden können.
Als Akira sich zu ihm beugte und ihm den Vorschlag unterbreitete, die Kleine mit aufs Boot zu nehmen, zögerte der ältere Zwilling trotzdem einen Moment. Fremde Menschen in ihr Leben lassen war nichts, was er einfach so entscheiden wollte.
Er griff mit der Linken um Akiras Schulter und zog sich an ihm wieder richtig auf die Beine. Die Nähe seines Bruders tat gut. Akira würde ihm helfen. Wenn er eines Tages stark genug war, um Hilfe zu bitten würde Akira ihm niemals den Rücken zuwenden. Dessen war er sich so sicher, wie es Sand in der Wüste gab.
Wie das Mädchen die beiden anschaute, auf und ab hüpfte und die Lebensfreude pur ausstrahlte, fiel ihm die Entscheidung leicht.
"Hey Kleine", sagte er etwas gepresst wegen der Schmerzen. "Falls du bei uns übernachten willst ... wir haben ein warmes Plätzchen. Wir haben sogar eine Dusche und eine Küche." Es war zwar nicht viel da, das sie warm kochen konnten aber womöglich konnten sie ja dafür sorgen, dass was da war. Heute nicht mehr aber womöglich morgen.
Er hielt ihr seine rechte Hand entgegen. "Komm. Holen wir die Violine und gehen nach Hause ..." Trotz der bewältigenden Traurigkeit, die sein Herz fest im Griff hatte, schaffte er es zu lächeln und dagegen anzukämpfen. Sein Bruder war da und womöglich hatten sie eine kleine Freundin gefunden. Zumindest für eine Nacht.
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Beitrag© By Robyn Skuggi  So Jan 29, 2017 2:27 pm

Robyn hüpfte weiter auf der Stelle auf und ab, mampfte mit strahlendem Gesicht gierig ihr Brötchen. Es tat so gut, etwas in den leeren Magen zu bekommen. Diesmal hatte sie nicht einmal viel dafür tun müssen. Nur zwei Brüder wieder zusammenführen und einen von ihnen damit vor dem potentiellen Kältetod bewahren. Sie wirkte ausgelassen, völlig ohne Sorgen und voller Vorfreude.

Innerlich dagegen wollte Robyn nach diesem Angebot am liebsten wegrennen. Es war ein plötzliches, unbestimmbares Gefühl der Panik, dass sie umzuwerfen drohte. Schön, man empfand sie nicht als Bedrohung. Auf der Straße konnte man sich da nie wirklich sicher sein. Jemand lächelt dich freundlich an, reicht dir die Hand und ein kleines Geschenk oder bittet dich, mit ihm seinen Hund zu suchen... und im nächsten Moment tritt man ihm am besten in die Eier oder sticht ihn in den Unterleib oder sonst wohin, weil er garantiert nichts Gutes mit jungen Mädchen vorhatte. Für junge Männer gab es sicher auch die ein oder andere Gefahr – besonders, wenn man sich zudröhnte und mutwillig Streit suchte. Aber das Angebot...

Robyn lebte seit drei Jahren in Hargeon. Seit sie aus der Klinik abgehauen war, hatte sie nicht mehr in Gesellschaft gelebt. Manchmal hatte sie sich mit anderen Straßenkindern zusammengetan, um in einer großen Gruppe ein Geschäft oder Fest zu stürmen, aber nie war sie über Nacht mit jemandem zusammengeblieben. Es waren... einsame drei Jahre. Kalte Jahre. Gerechterweise schmerzende Jahre. Wie konnte sie die Hand, die ihr angeboten wurde, annehmen? Wie konnte sie sich den angenehmen Luxus leisten, die Nacht bei diesen Zwillingsbrüdern zu verbringen? Sie hatte ihren eigenen Geschwistern so Furchtbares angetan...

Die heißkalte Erinnerung drohte wieder hochzukommen. Robyn schluckte hart. Nicht daran denken. Ihr Hüpfen wurde etwas weniger enthusiastisch, bevor sie doch einen Satz nach vorne machte und Akitos rechte Hand ergriff. An das denken, was direkt als nächstes kommen würde. Die Violine. Die wunderbare Violine. Nachher... ja, nachher konnte sie immer noch das Weite suchen.
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Beitrag© By Akira  Di Jan 31, 2017 6:05 pm

Noch immer antwortete die Rothaarige nicht auf ihre Worte, sondern griff nun einfach nach der rechten Hand von Akito, als würde sie ihnen sagen wollen, dass sie losgehen will. Kann… Kann sie etwa tatsächlich nicht sprechen? Die Tatsache, dass sie nicht ein Wort gesprochen hatte seit er sie getroffen hat und sogar mit einem handgeschriebenen Zettel statt ihrer Stimme versucht hatte ihn wegen seinem Bruder zu warnen ging ihm immer wieder durch den Kopf. Dieses Mädchen hatte es echt nicht leicht. Zum einen musste sie auf der Straße leben, aber als wäre das nicht schon schlimm genug, scheinbar war sie auch noch stumm! Das und die Tatsache, dass sie trotz allem noch immer so fröhlich sein konnte festigte seine Entscheidung sie heute auf ihrem Boot schlafen zu lassen nur noch mehr. Es war das Richtige, ausnahmsweise etwas Gutes, was sie jemand anderes tun konnten! Wie sich ihre Stimmung änderte, als Akito ihr den Vorschlag unterbreitete, merkte Akira gar nicht, da er in diesem Moment mehr damit beschäftigt war, sich einerseits ein weiteres Brötchen in den Mund zu stecken und andererseits auch seinen Bruder dazu zu bringen, eines zu essen. „Hier, iss. Du brauchst was im Magen, nachdem du alles was drin war hier in der Straße verteilt hast.“ Um ihm diese Worte zu sagen, hatte er sein eigenes Brötchen kurz aus dem Mund genommen, ehe er einen Biss vom Brötchen nahm und auch der Rothaarigen noch eines anbot. „Komm, lass uns losgehen. Ich glaube unsere neue Freundin hier kann es gar nicht erwarten, deine Violine zu sehen“ Kurz ging der Schwarzhaarige noch mal sicher, dass sein Bruder fest über seiner Schulter lag und nicht irgendwie runterrutschen würde, ehe er sich schließlich vorwärtsbewegte.

Sie kamen nur langsam voran, Schritt für Schritt und Akira achtete immer darauf, dass Akito nicht irgendwie hinfallen könnte. Schließlich, es ist immer später geworden, kamen die drei schließlich am Bahnhof an. Obwohl es so spät war, war noch immer was los am Bahnhof und so zogen die drei den einen oder anderen merkwürdigen Blick auf sich, gerade von den vorhandenen Sicherheitskräften. Glücklicherweise hatten sie Sakina angewiesen, in einer Seitengasse zu warten, ansonsten wären es mit Sicherheit noch sehr viel mehr Blicke, die auf den drei jungen Menschen landen würden…
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Beitrag© By Akito  Di Jan 31, 2017 8:46 pm

Er fragte sich wirklich, was im Kopf dieser Kleinen vor sich ging. Sie sagte kein Wort, antwortete niemals, strahlte wie ein Glückskäfer und gleich darauf wirkte sie als würde sie gleich losheulen. Aber nun gut ... Er war zu erschöpft um wirklich gross darüber nachzudenken. Also schleppten sie sich gemeinsam zum Bahnhof. Akito hielt die Hand der Kleinen, Akira hielt Akito, damit er nicht umkippte und Sakina musste letzten Endes zurückbleiben, damit sie drei nicht auch noch dumm angequatscht wurden.
Währenddessen versuchte Akira ihn natürlich dazu zu bringen etwas zu essen. Eigentlich war ihm immer noch flau im Magen und so richtig Lust Akira das Essen weg zu essen hatte er auch nicht.
Trotzdem mümmelte er ein wenig an dem Brötchen rum. Ungefähr die Hälfte brachte er runter, die andere Hälfte steckte er Akira in die Manteltasche, weil der das essen sollte.
Als sie die Schliessfächer erreichten, schloss Akito sein Fach auf, nahm den Violinenkoffer und das Geld heraus, das er Akira in die Hand drückte. "Hier", sagte er leise und schulterte die Violine, ehe er sich wieder an seinem Bruder festkrallte. Der Weg zum Boot war angemessen lang, dass es ihn wohl nerven würde, dass es anstrengend sein würde aber nun ...
Seufzend. Sein Blick fiel auf die Kleine. Akira meinte, sie würde sich über seine Violine freuen. Für einen Moment erwog er, sie den Koffer tragen zu lassen. Doch dann siegte sein Misstrauen. Wenn die Kleine damit abhaute ... Nein. Das würde sie nicht. Der Koffer blieb auf seinem Rücken und so begaben sie sich im Schneckentempo auf die Rückreise zum Boot. Unterwegs holten sie Sakina ab, die brav gewartet hatte.
Am Hafen wehte ein leichter Wind, der Geruch von Salz und Seetang drang zu ihnen. Es war fast schon ein vertrauter Geruch. Leise schlichen sie über die dunklen Stege, bis hin zu dem Boot, das sie besetzten. Einer nach dem anderen kletterte rüber, wobei Akito etwas Hilfe von Akira benötigte und schliesslich waren sie alle unten im Wohnbereich, wo sich Akito als erstes auf das Bett fallen liess. Er war komplett kaputt.
Als er da so lag fiel ihm auf, dass sein Versteckspiel mit den Narben wohl irgendwie umsonst gewesen war. Er musste sich dringend umziehen und in dem engen Boot würde er es wohl nicht schaffen ohne dass die Kleine es mitkriegte. Der Gedanke gefiel ihm nicht. Missmutig setzte er sich wieder auf und fuhr sich mit einer Hand durch das Haar, das ihm gerademal knapp über die Ohren fiel. Obaa-san hatte sie vor wenigen Monaten komplett geschoren, weil sie nicht gerade gut auf ihre Haarpracht geachtet hatten und vor allem eine Menge Läuse mitgebracht hatten. Aber naja ... Immerhin waren sie diese Ungeziefer damit ganz gut losgeworden.
"Akira? Hilfst du mir mit umziehen?", fragte er, quälte sich langsam aus seinem Mantel. Gerade weil er komplett durchgefroren war, fühlte sich sein linker Arm an, als wäre er ein Fremdkörper. Er schaffte es kaum, ihn aus dem Ärmel zu ziehen.
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Beitrag© By Robyn Skuggi  Do Feb 02, 2017 2:13 pm

Brav hatte Robyn Akitos Hand gehalten, während sie mit dem Gespann mitgetrottet war. Es war seltsam. Vorher noch hatte sie Akira an der Hand durch die Stadt gezogen. In Hektik, unter Zeitdruck. Das war eine Situation, in der man verständlicherweise jemanden berührte. Jetzt allerdings... Sie waren in angenehmer Ruhe zum Bahnhof gelaufen. Immer wieder hatte Robyn auf die Hand des älteren Jungen schauen müssen, die ihre kleinere warm umschloss. Es war so lange her, seit sie das letzte Mal jemanden so einfach berührt hatte. Selbiges galt für ihre Handlung vorhin, als sie sein Gesicht gewaschen hatte. Der Körperkontakt war vertraut und ungewohnt, ersehnt und verhasst zugleich. Hatte sie sich nicht vor drei Jahren dazu entschieden, dass sie derartiger Nähe nicht mehr wert war? Die Zwillinge holten die Violine am Bahnhof. Danach, auf dem Weg zurück zum Boot, hielt Robyn nicht mehr mit dem Musiker Händchen, weil er der Koffer mit seiner Violine trug. Es war besser so.

Schließlich erreichten sie das Boot. Robyn zögerte, ob sie auch wirklich hinein gehen sollte, doch die Aussicht auf die Violine bewegte sie schließlich dazu, den Jungen zu folgen. Innen war es warm. Es war ein wenig eng mit drei Leuten und einem zweiköpfigen Hund, doch das machte es nur noch gemütlicher. Nicht wissend, wo sie sich hinstellen oder –setzen sollte, blieb sie erst einmal in der nächstbesten Ecke stehen. Schnüffel. Sie war hier... und jetzt? Schnüff. Schnüff. Stups. Ihr Blick wanderte zum Violinenkoffer. Sie wollte spielen, sie zumindest einmal halten. Sie wollte... Jaul. Hechel. Stups stups. Robyn drehte den Kopf und hatte sofort eine Hundeschnauze im Gesicht kleben. Eine zweite Schnauze stupste hartnäckig gegen ihre Hand, die auf ihrer vollgepackten Tasche ruhte. Robyn verzog das Gesicht, als ihr feuchter, warmer, riechender Hundeatem ins Gesicht geblasen wurde, und musste dann lächeln, als besagte Schnauze ihre Wange anfeuchtete.

Gut gut, sie hatte ja verstanden! Anscheinend hatte sie irgendetwas eingepackt, was das Interesse dieses Tieres weckte. Robyn drückte Sakina – ja, den Namen hatte sie mittlerweile auch mitbekommen – von sich fort, stellte die Tasche auf den Boden und wühlte darin herum. Was hatte sie denn eigentlich alles erbeutet? Ganz oben drauf lagen die Nahrungsmittel, die sie in der Küche hatte mitgehen lassen. Und genau da lag wohl der Hase im Pfeffer: Sie hatte zwei Keulen mitgehen lassen, die auch das enorme Gewicht ihrer Tasche erklärten. Was hatte sie denn dazu geritten, zwei ungebratene Fleischkeulen mit sich rumzuschleppen? Sie warf kurz einen Blick zu der munter hechelnden Wölfin. Vielleicht hatte sie ja einen unbewussten Hintergedanken gehabt. Robyn zog die Keulen aus der Tasche und wedelte langsam mit ihnen herum. Die Augen der Wölfin folgten ihnen wie hypnotisiert. Robyn hielt ihr die Keulen genau vor die beiden Schnauzen. HAPPS. Das Fleisch wurde ihr aus den Händen gerissen und mit einem PLUMPS schmiss sich die Wölfin auf den Boden und nagte fröhlich an den Keulen herum. Robyn sah ihr dabei zu, während sie die sanfte Bewegung des Bootes im Wasser spürte. Dann blickte sie doch zu Akito herüber, der sofort aufs Bett gefallen war. Er schien schön mit seinen Klamotten zu kämpfen, wenn er seinen Bruder schon um Hilfe fragen musste.
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Beitrag© By Akira  Fr Feb 03, 2017 12:08 am

Nach dem sich ewig anfühlenden Weg zum Bahnhof waren die drei nun auf dem sich nicht minder ewig anfühlenden Weg zum Hafen, wo das Boot, auf dem sie sich versteckten, nun mal festgemacht war. Einige gefühlte Stunden später, Sakina hatten sie auf dem Weg natürlich wieder aufgegabelt, kamen sie schließlich auch am Boot an. Sakina schien schon den ganzen Weg über äußerst interessiert an der Tasche der Rothaarigen, doch nachdem sie auf dem Boot waren und Akira erstmal Licht angemacht hatte, ließ sich ihr Interesse schließlich nicht mehr zurückhalten und sie stürzte sich geradezu auf das Mädchen und ihre Tasche. Allerdings konnte Akira dem ganzen fürs Erste keine großartige Aufmerksamkeit schenken, wurde er doch von der Tatsache abgelenkt, dass sein Bruder direkt wie tot auf das Bett plumpste. Nun ja, heute konnte Akira das sogar verstehen und verzeihen, hatte er doch einiges durchmachen müssen. Und auch wenn seine eigene linke Schulter nach der Zeit in der Kälte draußen mal wieder anfing zu ziehen und zu schmerzen, nahm er es Akito heute nicht übel, dass er sich wie ein Kleinkind benahm. Er half ihm dabei seinen Mantel auszuziehen, als es dann jedoch an das darunterliegende Oberteil ging zögerte Akira kurz, würde das doch den linken Arm seines Bruders fast komplett entblößen. „Bist du dir sicher, dass ich dir jetzt gleich alles ausziehen soll?“ Mit seinem Blick deutete er kurz zum anwesenden Mädchen und blickte dann wieder zu seinem Bruder.

Allerdings nicht für lange, denn in dem Moment wurde ihm richtig bewusst, was er da gerade sah. Sakina, ein halbstarker, zweiköpfiger Wolf stürzte sich fast schon auf das zierliche, gebrechlich wirkende Mädchen, das da in der engen Kabine ihres Bootes stand. Und endlich konnte die Wölfin ihr entlocken, was sie da in ihrer Tasche versteckt hielt. Zwei Fleischkeulen waren es, die die Augen des Schwarzhaarigen geradezu riesig werden ließen. So viel Fleisch… Hatten die Zwillinge schon lange nicht mehr auf dem Teller gehabt. Doch noch bevor er auch nur versuchen konnte ein Stottern hervorzubringen… HAPPS, waren beide Fleischstücke in den Mäulern von Sakina verschwunden. Es schien schon fast so, als würden Tränen in die Augen von Akira steigen, als sein Magen anfing lauthals zu knurren. So viel Fleisch… Natürlich hätte Sakina noch immer das meiste davon gekriegt, selbst wenn sie was davon gegessen hätten, aber das ganze Fleisch… Nur für Sakina. Allerdings hatte sie das wohl schon irgendwie verdient und so konnte Akira auch nicht wirklich böse werden oder so. Er seufzte nur kurz und wollte sich wieder Akito widmen, als ihm plötzlich eine hoffnungsvolle Idee kam und er sich an die Rothaarige wandte. „H-ha-hast d-du v-vielleicht noch m-mehr F-Fleisch b-bei dir? W-wir könnten d-das k-k-kochen.“ Ja, Hunger und Appetit auf Fleisch konnten selbst die schlimmsten Sprechprobleme bekämpfen, wenn auch nicht vollständig. Glücklicherweise war der Ofen, der gleichzeitig als Herd diente, in der Zwischenzeit in der Akira abwesend war nicht komplett ausgegangen. Und so würde es leicht sein, ihn wieder zu entzünden.
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Beitrag© By Akito  Fr Feb 03, 2017 10:50 am

Mit Akiras Hilfe kam er schliesslich doch aus diesem verflixten Mantel raus. Missmutig knetete Akito seine linke Hand, öffnete und schloss sie. Wie bei einem alten Mann zitterte diese Krüppelhand aber noch immer traute er sich nicht, seine Handschuhe auszuziehen. Seine Hände brannten beide. Er war sich sicher, dass sie verletzt und aufgeschürft waren, dass sich Schmutz und Steinchen in den Wunden befanden. Aber ... Vor wenigen Minuten wäre er so weit gegangen sich alles auszuziehen, nur um aus diesen dreckigen, stinkenden Kleidern raus zu kommen. Doch die Worte seines Bruders bewirkten, dass er durchaus wieder zögerte. Nein. Er wollte nicht, dass die Kleine sah, wie er auf seiner linken Seite aussah. Wollte ihr dieses fleischige, von Narben übersäte Ding, das sein Arm war, eine Erinnerung an seine tollen Eltern, nicht zeigen.
Doch ehe er antworten konnte, geschah etwas, das Akitos Herz , oder eher seinen Magen, in hunderte kleine Stücke zerriss. Diese Kleine zog doch tatsächlich zwei saftige Fleischkeulen aus der Tasche und ehe irgendwer irgendetwas sagen konnte, verschwanden sie in Sakinas unersättlichen Rachen. So viel Fleisch. Man hätte es so saftig braten können. Sie wären alle satt geworden. Beinahe bereute er es, Akira diesen Köter geschenkt zu haben. Aber nur fast ...
Er überlegte sich sogar, ob er sich auf Sakina stürzen und retten sollte was zu retten war aber sie war immer noch ein Wolf und er hatte keine Ahnung wie sie reagiert hätte. Abgesehen davon dass sein Körper sich gerade mindestens so schwer anfühlte wie eine Tonne Blei. Als Akira dann begann irgendwas zu stottern, legte er die Arme um ihn und vergrub sein Gesicht in der Kleidung seines Bruders. Hoffentlich hatte es noch mehr Fleisch. Es musste noch mehr Fleisch haben. Es musste. Es musste. Es musste. Das halbe Brötchen in seinem Magen war ungefähr so sättigend gewesen wie ein Pups Zuckerwatte.
Unter anderen Umständen hätte er wohl in Anwesenheit irgendeiner Fremden niemals getan was er gerade tat, denn damit hätte er zugeben müssen, dass Akira für ihn der wichtigste Mensch war, den er in seinem kümmerlichen Leben hatte und nun, die Nähe seines Bruders tat gerade ziemlich gut. Akito war auch immer der, der sich wenn sie gemeinsam in einem Bett schliefen, an Akira festhielt. Sei es nun an einem T-shirtzipfel, an seiner Hand oder sonst irgendwie - es war etwas, das ihn immer beruhigte. Und gerade war es ihm sogar egal, dass das Mädchen damit sehen konnte, dass der ältere Zwilling den Jüngeren komplett vergötterte.
"Warum gibt sie alles dem Hund?", murmelte er fassungslos in Akiras Jacke. Er traute sich nicht zu dem Mädchen zu schauen, denn wenn sie jetzt nicht noch eine dritte Keule hervorzauberte, würde er wohl einfach vor Enttäuschung laut schreien. Und da seine Grundeinstellung eher pessimistisch war, war er schon fast sicher, dass sie ihnen gleich ihren leeren Rucksack zeigen würde und dann würden sie wieder hungern. Also zumindest er, denn egal ob er Akira dazu fesseln musste - der würde den Rest des Brötchens erhalten, das er ihm hatte aufschwatzen wollen.
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Beitrag© By Robyn Skuggi  Sa Feb 04, 2017 3:56 pm

Sie bekam fast ein schlechtes Gewissen, als sie die hungrigen Blicke der Zwillinge auf sich ruhen spüren konnte. Robyn wagte es, einen Blick zu ihnen zu werfen, als Akira zu sprechen begann. Der Schmerz über den Verlust des Fleisches an Sakina war deutlich in seiner Stimme zu hören, ebenso aus Akitos fassungslosen Kommentar. Die Hündin selbst schien das nicht zu bekümmern – sie nagte munter weiter an ihren Keulen.
Aber auch nur fast. Sie runzelte die Stirn. Sie ließ zwar so einiges mitgehen, aber das machte sie noch lange nicht zu einer wandelnden Vorratskammer. Sie konnte auch schlecht mehrere Kilo Fleisch mit sich rumschleppen, das wog einfach zu viel und lockte auch zu viele Straßenköter und geiernde Möwen an. Boah, mit den Viechern sollte sie gar nicht erst anfangen. Also nein, mit weiterem Fleisch konnte sie vorerst nicht dienen. Den Fleischhunger der Zwillinge vermerkte sie sich jedoch im Kopf. Für einen Moment verspürte sie das Bedürfnis, ihnen vielleicht in den nächsten Tagen damit eine Freude zu machen. Sie kannte ja die Mittel und Wege dazu.

Das brachte sie allerdings auch zu einem guten Punkt. Es war Zeit, die Tasche einmal auszuräumen. Robyn trat ein wenig von der fressenden Hündin weg, suchte sich ein freies Fleckchen auf dem Boden und begann nach und nach den Inhalt ihrer Tasche auszubreiten.
Die Errungenschaften aus der Küche bestanden aus: Einem Säckchen Kartoffeln, einer Zwiebel, ein paar große Tomaten und Karotten, eine Stange Lauch, sowie zwei Äpfel. Sie fand auch tatsächlich noch ein eingepacktes Stück Speck. Eine Handvoll Champignons kullerten in ihrer Tasche herum, die nach und nach zum Vorschein kamen. Auf einen extra Haufen kam die Beute, die sie den lästernden Frauen abgenommen hatte. Makeup, das keiner brauchte. Ein Taschenspiegel. Ein schönes Sümmchen Bargeld. Eine verzierte Taschenuhr. Ein Hausschlüssel. Ganz unten in ihrer Tasche lag noch ein Buch, das sie in der vorherigen Nacht hatte mitgehen lassen. Sie legte es neben die beiden Stapel. Es war ein Buch über die menschliche Anatomie. Robyn hatte ein gewisses... Interesse daran, den menschlichen Körper näher kennenzulernen. Sie hatte schon einige Gelegenheiten gehabt, um das Gelesene praktisch umzusetzen und nachzusehen.

So. Robyn sah auf, um zu sehen, was die Zwillinge zu ihrer Ausbeute sagten. Konnten sie damit etwas anfangen? Sie war ein wenig widerwillig, ihre Errungenschaften so einfach zu teilen, doch wenn sie wirklich bei ihnen oder mit ihnen kochen konnte... die Aussicht auf eine schöne, warme Mahlzeit in einem noch wärmeren Räumchen war verlockend. Außerdem stand wohl immer noch das Angebot der Übernachtung, von dem Robyn nicht sicher war, ob sie es annehmen sollte. Und die Violine. Robyn legte die Hände wieder so in die Luft, als würde sie einige Noten auf einer Violine spielen, dann zeigte sie auf die Lebensmittel. Sie wollte tauschen. Das Essen gegen ein Stück auf dem Instrument. Um ihren Standpunkt zu verdeutlichen, kramte sie wieder ihren Block heraus. Diesmal konnte sogar richtig sehen, was sie schrieb, weshalb ihre Nachricht ach schön leserlich wurde.
„Können wir damit zusammen kochen? Darf ich die Violine dann einmal halten, wenn ich euch das hier überlasse?“ Sie hielt den Block hoch und deutete auf die Nahrungsmittel.
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Beitrag© By Akira  Di Feb 07, 2017 8:49 pm

Die Enttäuschung in Akira wuchs und wuchs, je mehr Zutaten aus der Tasche kamen, man konnte sie ihm sogar ein wenig ansehen, bis sich seine Augen plötzlich aufhellten. Da! War das etwa… Speck? Es war nicht so gut wie ein Stück Fleisch, aber doch immerhin mehr als nichts. Auch Sakina, die eigentlich noch immer an ihrem Fleisch knabberte, hob ihre Köpfe und reckte sie schnüffelnd und mit gierigem Blick in Richtung Speck. Als sie jedoch den nun strengen Blick von Akira bemerkte, zog sie sich wieder zurück und knabberte weiter an den Fleischkeulen. Wenn das Mädchen diese Zutaten mit ihnen teilen würde… Sie könnten sicher alle drei satt werden. Ein leichtes Lächeln richtete der Schwarzhaarige an seinen Bruder, der sein Gesicht nun an Akira vergraben hatte. Gerade ihm würde es gut tun sich sattzuessen. Und diese Momente, wenn Akito sich auch mal von seiner schwachen Seite zeigte und so an ihn klammerte, das waren Momente, die Akira genoss. So konnten sich die Zwillinge einfach mal zeigen, wieviel sie einander bedeuteten. Auch die Tatsache, dass sein Bruder noch immer roch, als hätte ihn jemand in die Gosse geworfen und fünf Tage lang liegen gelassen änderte nichts daran, dass er diese Nähe, dieses Gefühl der Brüderlichkeit genoss. Kurz legte er eine Hand auf den Kopf seines Bruders und endlich kam, worauf Akira gewartet hatte. Zwar in einer anderen Form als erwartet, aber das Mädchen, dessen Namen er noch immer nicht kannte, fragte, ob sie zusammen essen wollen.
Ein weiteres Mal blickte Akira nun zu seinem Bruder „Was meinst du? Ich könnte bestimmt einen Eintopf aus den Zutaten machen… Und ich glaube auch nicht, dass sie irgendetwas Böses mit deiner Violine vorhat. Sie scheint sie ja eher fast schon zu vergöttern.“ Es war immerhin die Violine seines Bruders, da musste er ihn erst um Zustimmung fragen. Wenn er zustimmen sollte, würde nur noch Wasser fehlen… Und bezüglich dessen, kam ihm eine Idee. Sie könnten die Rothaarige fragen, ob sie welches vom nahen Brunnen holen würde. Aber wie sollten sie das anstellen ohne dass das Mädchen misstrauisch würde? Schnell erzählte Akira, flüsternd, seinem Bruder von der Idee. „Und schlag vor, dass ich sie begleite. Sie soll nicht denken, wir würden ihr ihre Zutaten wegnehmen wollen. Wenn sie dann das Wasser holt, könntest du dich auch schnell umziehen. Das würdest du doch alleine schaffen, oder? Oh, und frag sie nach ihrem Namen! Sie weiß unsere ja scheinbar, wir aber ihren noch immer nicht.“ Voller Erwartung sah er seinen Bruder an und hoffte, er würde seine Idee für ihn vorschlagen.
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Beitrag© By Akito  Mi Feb 08, 2017 6:15 pm

Noch immer hielt sich Akito an Akira fest und linste erst an ihm vorbei, als er dessen Hand auf seinem Kopf spürte. Eine beruhigende Berührungen, die ihn ein wenig über die Enttäuschung hinweg hob, dass das Mädchen keine dritte Fleischkeule da drin hatte.
Aber immerhin noch ein wenig was anderes, darunter auch Speck und Pilze und aus sowas konnte man sich garantiert irgendetwas Schlaues kochen. Also vor allem Akira. Er selbst war mehr so der Typ fürs Grobe. Ganze Hasen oder Fische braten war eher sein Ding.
Er sah allerdings schon wunderbar gesalzene Kartoffeln an einer Lacuchzwiebeltomatensosse mit ganz viel Speck und Pilzen dran. Oh ja ... Ihm lief jetzt schon das Wasser im Mund zusammen.
Dann war es Zeit für einen brüderlichen Kriegsrat, da Akira wohl nicht einmal vielleicht die ganzen Sätze, die er nun an ihn richtete, an das Mädchen hätte richten können.
Akito behagte der Gedanke die Violine dem Mädchen zu geben nach wie vor nicht. Er traute ihr durchaus zu, dass sie damit flugs aus dem Boot auf nimmerwiedersehen verschwunden war. Allerdings wäre es ein billiger Tausch. Wenn sie darauf spielen durfte und er ihr womöglich noch etwas vorspielte, gegen eine warme Mahlzeit zu dritt ... Und der Plan von Akira klang ja noch nicht einmal so schlecht.
"In Ordnung", sagte er leise zu Akira und liess ihn los, um das Mädchen anzuschauen. "Also ähm ... Du und Akira, ihr geht Wasser holen, damit wir was kochen können. Dafür ..." Aaaach, er wollte es eigentlich nicht ... aber Mensch. "Dafür darfst du auf meiner Violine spielen und wenn du damit nicht abgehauen bist, spiel ich dir darauf sogar noch was vor, wenn ich wieder etwas besser auf den Beinen bin. In Ordnung? Oh und ... wie sollen wir dich nennen? Du hast doch bestimmt einen Namen?"
Na hoffentlich klappte das auch alles. Gut, die Kleine hatte ihnen aus irgendeinem Grund geholfen und sie war sogar bereit mit ihnen zu teilen, während sie noch überhaupt nichts für sie getan hatten, ausser sie hierher einzuladen. Womöglich war das Misstrauen also doch unangemessen aber Vorsicht war nunmal die Mutter der Porzellankiste. Es konnte genauso gut sein, dass das Mädchen den Wert der Violine erkannt hatte und sich diesen gemeinen Plan ausgeheckt hatte. Er hoffte, dass sich seine Befürchtungen nicht bewahrheiteten.
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Beitrag© By Robyn Skuggi  Do Feb 09, 2017 10:03 pm

Robyn legte den Kopf schief und starrte die Brüder ausdruckslos an. Konnte ihr irgendjemand sinnvoll erklären, warum sie diesem jungen Mann, der doch sicher kräftiger und stärker sein musste als sie selbst, dabei helfen sollte, Wasser anzuschleppen? Ihre Arme fühlten sich noch von dem letzten Wassertopf müde und schlaff an. Aus irgendeinem Grund schien sich Akito ja nicht vor ihr umziehen zu wollen, aber wenn das so ein Problem war, konnte sie sich ja einfach umdrehen oder die Augen schließen.

Warum sie aber noch mehr für die Zwillinge machen sollte, konnte Robyn wirklich nicht nachvollziehen. Sie hatte Akira zu Akito gebracht, als er in Schwierigkeiten gesteckt hatte. Sie hatte Wasser herbeigebracht und den dreckigen Jungen gewaschen. Sie lieferte ihnen gerade eine hervorragende Grundlage für ein reichliches Abendmahl und hatte ihr Haustier gefüttert. Sie brauchte ihnen gar nichts von ihren erbeuteten Lebensmitteln abgeben, sondern konnte sie auch bestens selbst irgendwo zubereiten. Der Rotschopf fand oft eine passende Küche, auch wenn es manchmal ein, zwei Tage dauerte. Was bekam sie im Gegenzug von den Zwillingen? Ein warme Übernachtungsmöglichkeit und ein wohl eher widerwilliges Ausleihen der Violine. Hm. Nein. Wieso sollte sie es riskieren, von Akira in irgendein Loch geführt zu werden? Er wirkte zwar wie ein lieber, ehrlicher Kerl, doch das gesunde Misstrauen gewann langsam Überhand. Er konnte ihr weiß der Himmel was antun. Es wurde schon für weniger gemordet als eine warme Mahlzeit, die man mit so wenigen Mäulern wie möglich teilen wollte.

Robyn stopfte bestimmt ihre Errungenschaften wieder in die Tasche zurück. Zuerst die Beute von den Schnepfen, dann schob sie die Nahrungsmittel so zurecht, dass sie mit einer kräftigen Bewegung im Schlund ihrer Tasche verschwinden würden. Sie griff zu Block und Stift, schlug eine neue Seite auf. Die Zwillinge hätten ein leichtes Spiel, wenn sie es darauf anlegten. Sie waren nicht nur zu zweit, sondern hinter Robyn saß auch noch ein zweiköpfiges Tierchen, welches sie wohl auf Befehl zerfleischen könnte.

„Akira kann alleine Wasser holen gehen. Ich kann Gemüse schneiden. Wenn Akito sich nicht vor meinen Augen umziehen will, kann ich wegsehen.“ Warum er da so zurückhaltend oder schüchtern war, verstand Robyn nicht wirklich. Aber eventuell hatte er eine Narbe wie sie oder ein riesiges, hässliches Muttermal am Körper, für das er sich schämte oder das ihm unangenehm war. Ihren Namen blieb sie den beiden wissentlich schuldig.
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Beitrag© By Akira  Sa Feb 11, 2017 2:57 pm

Die Idee war gut, die Durchführung durch seinen Bruder okay, doch das Ergebnis... Lies eindeutig zu wünschen übrig. Das war es, was Akira ungefähr durch den Kopf ging, als er den Zettel las, den die Rothaarige nun wieder hochhielt. Und ein klein wenig geschockt war er auch, als er merkte, dass sie scheinbar ein wirklich unglaubliches Gehör besaß. Der Schwarzhaarige sah es schon kommen, wenn sie diese Situation jetzt nicht mit viel Feingefühl regelten, würde ihre warme Mahlzeit mit einem Mal verschwunden sein. Natürlich könnten Akito und Akira, die wohl auch noch Hilfe von Sakina bekämen, wäre diese nicht viel zu sehr mit den Knochen beschäftigt, das zierliche Mädchen relativ einfach daran hindern abzuhauen, aber die beiden waren nicht die Art Mensch, die so etwas bei jemandem tun würden, der ihnen geholfen hatte. Also zumindest Akira war es nicht und er war sich auch recht sicher, dass das auch auf Akito zutraf. Und sollte er es doch versuchen, würde Akira das auch nicht zulassen. Was machen wir jetzt nur? Diese Frage stellte er sich mehrfach und dachte über die verschiedensten Möglichkeiten nach, diese Situation wieder zu entschärfen. Doch schlussendlich fiel ihm einfach nichts ein außer, genau das zu tun was sie vorgeschlagen hatte. „Akito... Wir machen das genau so, wie sie es vorgeschlagen hatte. Ich hoffe, das ist okay für dich.“ Anschließend blickte er wieder zu dem Mädchen, setzte einen ernsten Blick auf und versuchte sein Stottern so gut es ging zu unterdrücken. „D-Du darfst dich a-auf gar keinen Fall u-umdrehen, wenn mein B-Bruder sich umzieht!“ Mit einem letzten strengen Blick strich er seinem Bruder noch ein Mal über den Kopf und löste sich dann von ihm. „Ich bin gleich wieder da.“ Mit diesen Worten ging er durch die Tür des Bootes, schnappte sich einen Eimer und machte sich so schnell er konnte auf den Weg in Richtung des Brunnens, der hier ganz in der Nähe war.
Zum Glück war er gar nicht erst dazu gekommen, seinen warmen Mantel auszuziehen, der ihn nun vor der Kälte des Abends beschützte. Auf dem Weg zum Brunnen machte sich Akira auch keine Sorgen um Akito, war er sich doch sicher, dass sollte die Rothaarige etwas versuchen, er sich auch trotz seiner Erschöpfung wehren könnte. Und zur Not war ja auch noch Sakina da, die ihn mit Sicherheit beschützen würde, sollte es soweit kommen. Dennoch beeilte er sich sehr auf seinem Weg zum Brunnen, wolle er doch nicht länger dem kalten Wind ausgesetzt sein als nötig. Zumal der Hafen wenn es dunkler wird nicht unbedingt die sicherste aller Gegenden ist...
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Beitrag© By Akito  Sa Feb 11, 2017 11:25 pm

Natürlich lenkte das Mädchen nur halbwegs ein. Hach man ... Akito war sonst eher so der Typ, der sprach, wobei Verhandlungen nur bedingt seine Stärke waren. Deshalb schwieg er erst einmal und wartete ab, was Akira zum Besten gab. Der war schliesslich ... Nun ... vermutlich etwas schlauer als er. Zu seiner leichten Enttäuschung stimmte er dem Mädchen einfach zu, dessen Namen sie noch immer nicht kannten.
Aber gut. Wenn Akira es sagte, war es wohl okay und dann gab es keinen anderen Weg mehr.

Als Akira ging, schaute Akito ihm etwas wehleidig hinterher. Er war absolut nicht gern von ihm getrennt, selbst wenn es nur für kurze Zeit war. Es war einfach ... eine seltsame Situation. Von der Tür schaute er zu Sakina, die ihrem Herren mit schiefgelegtem Kopf hinterherschaute und sich dann wieder ihrer Keule widmete. Und dann schaute er zu dem rothaarigen Mädchen, das hier bestimmte was lief, ohne mit der Wimper zu zucken. Er hatte keine Ahnung wie alt sie war aber sicher war sie kaum älter als fünfzehn und trotzdem war sie schon so taff. Gut, wenn man auf der Strasse lebte, konnte man keine Mimose sein.
"Dreh dich um", brummte er und stemmte sich ächzend hoch. Dann knöpfte er sein Hemd mit steifen Fingern auf, während sie sich tatsächlich brav wegdrehte.
"Du weisst warum wir so misstrauisch sind, oder? Ich denke du kennst dich gut genug auf der Strasse aus, dass du das verstehen kannst." Er warf einen Blick zur Tür. Akira war mit Sicherheit noch unterwegs. Also senkte er leicht den Blick, als er sich unter einem Ächzen das Hemd über die Schulter zog. Nun war sein linker Arm komplett sichtbar. Er fuhr sich mit der rechten Hand über die narbige Haut, über die ganzen wulstigen Erhebungen, die bis in die Fingerspitzen reichten.
"Danke dass du uns geholfen hast. Das ist längst nicht selbstverständlich und ich weiss das wirklich zu schätzen. Wenn du ..." Er biss sich auf die Lippen und kramte dann in einem kleinen Schrank nach einem Shirt, das ihm etwas zu weit war. Aber immerhin war es frisch und fühlte sich angenehm auf der geschundenen Haut an. Dann zog er sich einen ebenfalls etwas zu grossen abgewetzten Kapuzenpulli drüber an und dann gleich wieder die Handschuhe.
"Wenn du nicht gekommen wärst, würd ich wahrscheinlich immer noch da oben in dieser Gasse liegen. Ich will dass du das weisst. Ich weiss es zu schätzen was du getan hast. Wir stehen in deiner Schuld ..." Zum Glück war Akira nicht da und hörte sich diesen Gefühlsdusel an. Brrr ... Aber es stimmte was er sagte und er meinte es auch so. Er machte sich unglaubliche Vorwürfe, dass er sich selbst in diese Situation manövriert hatte. Er öffnete die Tür zu der kleinen Badnische, wo versuchte sich noch etwas besser mit Seife zu waschen.
"Mich würde interessieren woher du uns kennst. Woher wusstest du wo wir wohnen? Woher wusstest du wo du Akira finden konntest? Warum hast du überhaupt ... Warum hast du eingegriffen. Es muss doch einen Grund dafür geben ..."
Er strich sich mit einer Hand durch die zerstrubbelten Haare. Er hatte vor sie wachsen zu lassen. Der Rat hatte sie mit kurzen Haaren auf den Steckbriefen abgebildet, ergo würde er seine Haare lang tragen, um wenigstens ein bisschen anders auszusehen als die Phantombilder. Er betrachtete sein Spiegelbild und erschrak fast. Er war kreidebleich, hatte dunkle Ringe unter den Augen und seine Lippe war aufgesprungen. Missmutig legte er die Stirn gegen das kalte Glas des Spiegels. Diese verdammten Drogen ... Was machten sie nur mit ihm? Warum kam er davon nicht weg? Schon jetzt spürte er wie seine Hände zitterten, weil er eine neue Dosis wollte. Er wollte wieder glücklich sein. Aber jetzt gabs nichts mehr. Jetzt war Schluss verdammtnochmal! Keine Drogen mehr.
Er beugte sich hinab und begann seine Haare zu waschen. Dafür musste er die Handschuhe natürlich wieder ausziehen aber das Mädchen würde wohl kaum ins Bad linsen, also ging das schon in Ordnung. "Ich weiss übrigens dass du nicht reden kannst - oder willst, ich warte auf keine Antwort. Aber du kannst es mir gern aufschreiben. Vielleicht können wir uns ja anfreunden und wenn das der Fall ist und ich weiss warum und woher du uns kennst und uns geholfen hast, werd ich auch weniger pingelig wegen meiner Geige sein. Klingt das halbwegs vernünftig? Sonst ist Akira der Vernünftige von uns beiden..."
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